Jobs suchen und finden: Stellenmarkt · Stellenangebote Ingenieure · Stellenangebote IT · Arbeiten in England
Benutzerspezifische Werkzeuge
  • Anmelden

Benimm ist in: Nachholbedarf für Auszubildende

„Wehe, wenn sie losgelassen“, so der Titel einer Filmkomödie aus dem Jahre 1958. Doch man muss gar nicht so weit zurückblicken, um den Filmtitel auferstehen lassen zu können. Derzeit stürmen die neuen Auszubildenden die Unternehmen. Das bedeutet für beide Seiten gleichermaßen einen Sprung ins kalte Wasser. Das Unternehmen wird nun der Wahrheit ins Auge blicken, wen es da eigentlich eingestellt hat. Und die Auszubildenden müssen sich daran gewöhnen, dass ab sofort der Berufsalltag Einzug hält. Nachholbedarf gibt es für viele Berufsstarter vor allem bei einem Thema: den Umgangsformen. Denn bereits der Auszubildende muss sich und sein Unternehmen gut präsentieren.

Eben noch auf der Schulbank und heute mitten im Berufsleben. Das ist die Herausforderung, der sich Jahr für Jahr aufs Neue die Auszubildenden stellen müssen. Während man sich untereinander formlos und mit einem lockeren Spruch auf den Lippen begrüßt, trifft man im neuen Berufsalltag auf ganz andere Umgangsformen. Besonders in konservativen Branchen wie dem Bank- und Versicherungswesen oder der Steuer- und Rechtsberatung lässt das angemessene Auftreten der jungen Auszubildenden oft zu wünschen übrig.

Carolin Lüdemann, Business-Coach aus Stuttgart, berät Menschen und Unternehmen, wie sie ihre Außenwirkung signifikant verbessern können. „Immer dann, wenn ein Unternehmen viel Kundenkontakt hat, müssen seine Mitarbeiter, ganz egal ob Neuling oder alter Hase, das Unternehmen seriös präsentieren und souverän auftreten. Da macht der Kunde auf den ersten Blick keinen Unterschied, ob es sich um einen jungen Auszubildenden oder um einen erfahrenen Berater handelt.“ Die meisten Fehler werden nach Meinung der Knigge-Expertin beim ersten Eindruck und bei den Begrüßungsritualen gemacht. „Kaum jemandem ist bewusst, dass der erste Eindruck innerhalb von nur drei Sekunden entsteht.“ Nach Ablauf dieser Beobachtungszeit stehen die Chance schlecht den gewonnenen ersten Eindruck zu revidieren. Von besonderer Bedeutung beim Kennenlernen sind daher nonverbale Signale wie zum Beispiel die korrekte Kleidung und eine positive offene Körpersprache.

Wer diese Hürde gemeistert hat, der sieht sich dann mit komplizierten Begrüßungsritualen konfrontiert – der nächsten Stolperfalle im Benimmdschungel. Dabei gilt, sich selbst nicht als „Hallo, ich bin der Herr Schulze“ vorzustellen, sondern besser zu formulieren „Guten Tag, ich bin Stefan Schulze“. Welches Geschlecht der Vorstellende hat, das sieht der Gegenüber nämlich ohne dass man ihn extra darauf hinweist.

Und worüber muss Carolin Lüdemann mit den Auszubildenden am häufigsten sprechen? Lange überlegt der Business-Coach bei dieser Frage nicht: „Keine Piercings, die Männer tragen außer der Uhr und einem unauffälligen Ring keinen Schmuck. Und vor allem gilt: Nur Übung macht den Meister. Jetzt verzeiht man den Auszubildenden noch kleine Fehltritte. In ein paar Wochen ist es mit der Schonfrist dann vorbei.“

(Quelle: coach academy, 25.09.2009)