Für Lernerfolg sind Eigenmotivation, nicht Vermittlungsmethode oder Didaktik verantwortlich
Das erzieherische Prinzip Fordern und Fördern ist heute völlig vereinseitigt worden zugunsten des Förderns und damit letztlich in seiner Wirkung kontraproduktiv.
Nicht wenige Bildungswissenschaftler sind der Überzeugung, dass das schlechte Abschneiden deutscher Schüler in den PISA-Studien vor allem auf die mangelhafte Bereitschaft zurückzuführen ist, für sich selbst mehr Verantwortung zu übernehmen. Das erzieherische Prinzip Fordern und Fördern ist heute völlig vereinseitigt worden zugunsten des Förderns und damit letztlich in seiner Wirkung kontraproduktiv. Alle Verantwortung wird stets dem Lehrer, der Schule, der Gesellschaft oder dem Staat zugeschoben. Sehr viele Schüler haben nie gelernt, zunächst einmal selbst zu versuchen, mit den Anforderungen des Lehrstoffs zu Recht zu kommen. Fordern von Selbstständigkeit und Selbstverantwortung allerdings funktioniert nur, wenn die Voraussetzungen dazu vorhanden sind. Dazu gehören der Wille zum Lernerfolg und die Bereitschaft, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Ferner gehören dazu lernerleichternde Lerntechniken und die Fähigkeit, sich mit seinem Lernumfeld (Freunde, Familie, Beruf) durch Prioritätensetzung zu arrangieren.
„Studien zeigen immer wieder“, so Uwe Lehnert, Professor für Erziehungswissenschaften und Psychologie an der Freien Universität Berlin, „dass für den Lernerfolg weniger die Frage der Vermittlungsmethode bedeutsam ist, also ob mit Buch, Computerprogramm oder Lehrer gelernt wird. Auch zeigen diese Studien, dass mit E-Learning vor allem jene Lerner erfolgreich sind, die in der Lage sind, auch mit einem ganz normalen Lehrbuch erfolgreich zu lernen! Das bedeutet, dass die Didaktik, die in den Programmen steckt, und dass der technische Aufwand, der bei so vielen E-Learningsystemen getrieben wird, nicht den ausschlaggebenden Beitrag zum Lernerfolg leistet!“ Entscheidend ist der Beitrag, den der Lernende selbst leistet: Sein Wille und seine Anstrengungsbereitschaft, seine Fähigkeiten, den eigenen Lernprozess zweckmäßig zu organisieren und seine Einsicht, dass Lernerfolg sich nur einstellt, wenn die Disziplin aufgebracht wird, sich auf das jeweils Wesentliche und Wichtige zu konzentrieren. Man bezeichnet diese Fähigkeit zum selbstständigen Lernen als Selbstlernkompetenz. Testen Sie Ihre Selbstlernkompetenz. Unter www.teia.de und www.teialehrbuch.de finden Sie viele kostenfreie, aber anspruchsvolle Kurse zu den Themen MS Office, Wirtschaft und Webdevelopment.
(Quelle: TEIA AG, 03.05.2006)


