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Online Educa Berlin 2008: Das Programm im Überblick

Wie können sich Unternehmen, Universitäten und Schulen optimal auf die Bedürfnisse heutiger Lerner einstellen? Welche Rolle spielen Internet und PC beim Lernen für eine Generation, die ganz selbstverständlich mit neuen Medien aufgewachsen ist?

Die Mitarbeiter, Schüler und Studenten der sogenannten Generation Y stehen im Mittelpunkt der Online Educa Berlin. Die größte internationale E-Learning-Konferenz für Unternehmen, den Bildungsbereich und den öffentlichen Sektor findet vom 3. bis 5. Dezember im Berliner Hotel InterContinental statt. Mobiles Lernen, Open Educational Resources, Web 2.0-Anwendungen sowie Lernspiele und Video bilden weitere Schwerpunkte der diesjährigen Konferenz.

Eröffnet wird die Online Educa Berlin am 4. Dezember von dem US-amerikanischen Kulturanthropologen Michael Wesch und vom Berliner Medienwissenschaftler und Trendforscher Norbert Bolz. Beide untersuchen, welche Auswirkungen neue Medien auf die menschliche Gesellschaft haben. Wesch erlangte weltweite Popularität mit seinen Forschungen zu einer digitalen Ethnologie. Bolz gilt als der Pionier in der Erforschung der digitalen Medienkultur in Deutschland. Ebenfalls in der Eröffnungsveranstaltung sprechen wird Roger Larsen, Gründer und Geschäftsführer des norwegischen Softwareunternehmens Fronter. Fronter ist Anbieter der europaweit größten kommerziellen Open-Source-Lernplattform.

In einer Diskussion am Donnerstag treffen der britische E-Learning-Guru Clive Shepherd und der niederländischer Netzwerkexperte Ton Zijlstra aufeinander. Shepherd und Zijlstra debattieren unter anderem die Frage, inwieweit die derzeitige ökonomische Krise Auswirkungen auf die Weiterbildung in Unternehmen haben könnte.

Der Einfluss der Globalisierung auf Trainingsstrategien in Unternehmen steht im Mittelpunkt einer Plenarveranstaltung am Freitag, dem 5. Dezember. Laura Overton, E-Learning-Beraterin aus Großbritannien, diskutiert mit dem E-Learning-Manager des Ölkonzerns Total, Christophe Binot, und Dr. Richard Straub, dem Direktor der European Learning Industry Group.

Richard Baraniuk von der US-amerikanischen Rice University ist ein Pionier der Open Educational Resources-Bewegung. Am Freitag, dem 5. Dezember debattiert er gemeinsam mit anderen Experten in einer Plenarveranstaltung, inwieweit offene Bildungsangebote inzwischen zu einer nachhaltigen Bildungsressource geworden sind. Besonders kritisch wird hierbei auch die Frage nach Qualitätssicherung dieser Angebote untersucht.

Die Netzgeneration

Die Netzgeneration ist aktuell das Top-Thema zahlreicher Untersuchungen und Best-Practise-Studien in Schulen, Universitäten und Unternehmen. Mit Beiträgen aus Belgien, Kanada, Großbritannien, Südafrika und Spanien ist das Thema auch auf der Online Educa Berlin stark repräsentiert. „Learning 2.0 in Europe“, eine internationale Studie der EU-Kommission aus dem Jahr 2008, untersucht, wie sich Web 2.0-Trends auf Lernen und Weiterbildung in Europas Bildungsinstitutionen auswirken. Gordana Jugo vom Kroatischen Akademischen Forschungsnetzwerk, Ineke Lam von der Universität Utrecht in den Niederlanden, Leonard Tosi vom Nationalen Institut für Dokumentation und Innovation, Italien und andere diskutieren darüber, welche Kompetenzen Lehrer für die heutigen Lernenden brauchen.

Methoden und Werkzeuge

Moodle hat sich in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten und meistgenutzten Software für das Management von Online-Kursen entwickelt. Die Open-Source-Plattform vereint inzwischen eine Gemeinschaft von über 400 000 registrierten Nutzern aus unterschiedlichsten Bereichen. Michael Repnik stellt die Anwendung von Moodle im deutschen Goethe-Institut vor.

Storytelling wird bereits seit langem als Lehr- und Lernmethode eingesetzt. Neu ist hingegen die Anwendung im Bereich des technologiegestützten Lernens. Grete Jamissen von der Universität Oslo, Norwegen, beschreibt in ihrer Präsentation, wie in ihrer Institution Storytelling genutzt wird, um auf Basis persönlicher Erfahrungen und Ereignisse die berufliche Kommunikation und Weiterbildung zu unterstützen. Andy Schaer von der Fachhochschule Nordwest-Schweiz präsentiert eine Online-Plattform, die es Kindern ermöglicht, sich in dieser Methode zu üben. Ein Beispiel aus dem Unternehmensbereich stellt Matthew Murray von Pricewaterhouse Coopers aus den USA vor.

Video und Web 2.0

Derzeit wird verstärkt mit dem Einsatz von Videos im Lernbereich experimentiert. Auf der Online Educa Berlin werden einige Praxisbeispiele vorgestellt, so zum Beispiel die Aufnahme und Übertragung von Vorlesungen per Video von der Nayang Technology University aus Singapore und der Twente Universität aus den Niederlanden.

Das Interesse an Web 2.0 Anwendungen ist nach wie vor ungebrochen. Online Educa Berlin stellt auch 2008 wieder zahlreiche Beispiele vor, wie das soziale Web in Universitäten und Unternehmen genutzt wird, unter anderem von der Norwegischen Universität für Forschung und Technology, der Beyond Distance Research Alliance der Universität Leicester, Großbritannien und der medizinischen Universität Graz, Österreich.

E-Learning in Unternehmen

Im Fremdsprachentraining fanden Lerntechnologien schon frühzeitig zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Auf der Online Educa Berlin wird zum Beispiel Talkacademy, ein 3D-Sprachtrainingssystem der französischen DIRICKX-Gruppe, vorgestellt sowie weitere innovative Online-Sprachtest-Tools, die von Cambridge ESOL und der Bundesregierung in Belgien genutzt werden.

„Industry Round Tables“ zu speziellen Industriesektoren, wie zum Beispiel Medizin, Biotechnologie, Banken und Finanzen sowie Pharmazie finden am Donnerstag und Freitag statt. Vorgestellt werden dort E-Learning-Initiativen von Unternehmen wie Gentech, USA, dem lokalen Gesundheitsservice Asolo, Italien und der BRE Bank Polen.

Learning Management Systeme verschiedener Fabrikate sind seit langem auf dem Markt. Entsprechend zahlreiche Experten gibt es inzwischen, deren Erfahrung bei der Auswahl des richtigen Systems gefragt ist. Auf der Online Educa Berlin präsentieren unter anderem Antti Peltonen von der Universität Oulu in Finnland, Pieter van der Hijden von der niederländischen Moodle Association und Sofia Torraoa von der Universität Porto zu diesem Thema.

Lernspiele und Virtuelle Welten

Serious Games, Lernspiele, Business-Spiele – Anwendungsbeispiele für zahlreiche Spieltypen werden vorgestellt. So präsentiert Patrick Blum von der Inside Business Group ein Management-Spiel für die Versicherungsindustrie. Natscha Blijleven-Tebbe von der Niederländischen Polizeiakadmie führt die virtuelle Stadt Behrloo vor, eine Online-Lernumgebung für die Polizeiausbildung. Spiele für Studenten der Wirtschaftswissenschaften in Spanien stellt Martin Rodriguez von der IE Business School vor.

Mobile Lernanwendungen in Unternehmenstrainings aus den USA und den Niederlanden sind weitere Themen. David A. Guralnick von Kaleidoscope Learning präsentiert eine Trainingsanwendung aus dem Großhandelssektor, mit der Angestellte das korrekte Einräumen der Regale in Supermärkten erlernen können. Einen mobilen Lern- und Informationsservice für LKW-Fahrer, entwickelt von der Universität Delft für den niederländischen Fuhrunternehmer Van der Wal International, stellt Pieter de Vries vor.

(Quelle: ONLINE EDUCA BERLIN, 03.12.2008)