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Auf Dreihundertachtzig - Kerstin Felser ist eine der ersten Frauen im Cockpit der A 380

Vom Marienplatz in München über die Alpen bis auf den Markusplatz in Venedig, zu Fuß in 28 Tagen – Kerstin Felser ist diese Strecke gegangen. Dabei pflegt die junge Frau normaler meistens zu fliegen und zwar als Senior First Officer im Cockpit von Airbusflugzeugen. Doch die 37-Jährige wollte einfach wissen, was sie neben der Fliegerei auch am Boden Besonderes leisten kann. Und: Sie will es wieder tun, „weil es so einmalig war, so wunderbar und – weil keine Wanderung der anderen gleicht, so wie kein Flug dem anderen gleicht“, schwärmt die Fliegerin.

Lufthansa-Pilotin Kerstin Felser
Lufthansa-Pilotin Kerstin Felser

Sie weiß, wovon sie redet. Im Cockpit zwischen Himmel und Erde ist die junge Pilotin Profi und ihr Lebenslauf beweist, dass sie sich gern neuen Herausforderungen stellt. Und so war es für Kerstin Felser schon fast eine Selbstverständlichkeit, dass sie sich als Pilotin für das neue Flaggschiff der Lufthansa-Flotte, den Airbus A 380, bewarb. Zusammen mit einer weiteren Lufthansa-Piloten gehört Kerstin Felser damit zu den ersten Frauen,die am Steuer der A 380 sitzen.

Sie begann auf einer kleinen Cessna

Hoch hinaus wollte sie schon als kleines Mädchen. „Wenn ich mit meinen Eltern im Flugzeug unterwegs war, habe ich schon immer davon geträumt, einmal ein Flugzeug fliegen zu können“, sagt Kerstin Felser.Und sie ließ sich nicht davon abbringen. Gleich nach dem Abitur machte sie ihren Pilotenschein, auf eigene Kosten, nicht bei der Lufthansa, sondern privat. „Ganz klein ging es los, auf einer einmotorigen Cessna 150“, erinnert sie sich an die ersten Flugstunden. Sie bestand alle Prüfungen mit Bravour, wurde Berufspilotin und heuerte bei der Eurowings an. Das war im Jahr 1997.

In 21 Tagen um die Welt

Zwei Jahre später, „da hatte ich schon alles bei Eurowings geflogen und träumte von was Größerem“, ergriff Kerstin Felser eine neue Chance in ihrer noch jungen Fliegerlaufbahn. Lufthansa Cargo suchte Piloten und die Pilotin Felser bewarb sich. Sie bestand den Test bei Lufthansa, wurde genommen und flog ab sofort „ein richtig großes Flugzeug“, den dreistrahligen Luftfrachter Boeing MD 11. Der Fliegertraum ging in Erfüllung. Auf den großen internationalen Flughäfen war Kerstin Felser unterwegs, umrundete in 21 Tagen die Welt und genoss das Fliegerleben. Und das in einer Umgebung, in der vornehmlich gestandene Männer unterwegs sind; die Cargofliegerei hat ihre eigenen Gesetze. „Aber es war wunderschön , es hat alles gut geklappt, funktioniert, wir haben uns zusammengerüttelt.“

Nebenbei studierte Kerstin Felser noch Betriebswirtschaft an der Fernfachschule in Heidelberg, schloss mit „sehr gut“ als Diplomkauffrau ab und übernahm ein Projekt zur Optimierung von Bodenabläufen bei Lufthansa Cargo. Die Pilotin versteht auch was vom Management; sie ist vielseitig, diese Frau. Nach sechseinhalb Jahren Frachtfliegerei wechselte Kerstin Felser zur Lufthansa Passage und flog fortan die Airbus-Typen A 340 und A 330. Und wieder fiel ihr auch eine duale Rolle zu: Die Frau mit den langen blonden Haaren erhielt die Chance im Management als Referentin für Kommunikation. Das passt zu ihr. Wer sich mit ihr unterhält, merkt es sofort. Sie ist offen, begleitet ihre Aussagen stets mit einem charmanten Lachen. Wenn sie von ihren Erlebnissen aus ihrer Fliegerwelt erzählt, spürt der Zuhörer, dass es keine Zweifel an ihrer Begeisterung gibt.

Aber sie ist nicht abgehoben, ist und bleibt das fröhliche Mädel aus Bellheim in der Südpfalz, könnte Weinkönigin sein. Ihrer Heimat ist sie treu geblieben, wenngleich sie nicht mehr in Bellheim wohnt, sondern heute mehr in Flughafennähe in Bodenheim bei Mainz lebt. „Eine fröhliche Region, nicht nur während des Karnevals“, sagt die Fliegerin. Doch jetzt freut sie sich erst einmal, dass sie demnächst „auf dreihundertachtzig“ sein darf, das größte Passagierflugzeug der Welt fliegen kann. Happy Landings!

(Quelle & Foto: Lufthansa)

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