Zeitarbeit als Chance für Menschen mit Behinderung
Vielen Menschen mit Behinderung bleibt der freie Arbeitsmarkt verschlossen und nur die Möglichkeit, in einer Werkstatt für Behinderte zu arbeiten oder arbeitslos zu sein. Doch es geht auch anders: Der 24-jährige Cagdas Sanli, der wegen eines Hörschadens zu 60 Prozent schwerbehindert ist, arbeitet bereits seit einem Jahr bei einem Kunden des Personaldienstleisters DIS AG.
„Ich arbeite jetzt für die Hahn Gasfedern GmbH in Aichwald“, erklärt der ausgebildete Fachwerker für Feinwerktechnik. Neben fachlicher Qualifikation bescheinigen DIS AG und Kundenunternehmen ihrem Mitarbeiter auch Integrationsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft. „Für uns zählt vor allem die Qualifikation“, sagt Gerd Hansen, Leiter Industrie Region Stuttgart beim Personaldienstleister. „Wenn wir den Eindruck haben, dass ein Mitarbeiter der DIS AG gut zum Kundenunternehmen passt, nehmen wir gerne, wie bei Herrn Sanli, zusätzlichen Aufwand in Kauf. Auch Menschen mit Behinderung sollten auf dem freien Arbeitsmarkt im erlernten Beruf arbeiten können.“ Doch auch für die freie Wirtschaft biete sich eine Chance, so Hansen: „Neben dem Vorteil, Personalengpässe kurzfristig zu überbrücken, können sich die Unternehmen mithilfe von Zeitarbeit ein realistisches Bild von der Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters mit Behinderung machen.“
Den Vorteil der Zeitarbeit sieht Cagdas Sanli für sich persönlich darin, dass er wichtige Berufserfahrung sammeln kann und neue Arbeitsmethoden kennen lernt. Zumal er sich nur einmal beim Personaldienstleister bewerben musste, der dann alle weiteren Formalitäten mit den Kundenunternehmen regelt. Aber sein Weg war schwer: „Eine Hirnhautentzündung hat bei mir den Hörschaden verursacht. Seither fällt es mir schwer, mich mit Anderen zu verständigen“, erklärt Sanli.
Über 100 Bewerbungen schrieb er, bevor das Arbeitsamt ihn schließlich an die DIS AG vermittelte. Dabei hat Cagdas Sanli eine dreijährige Ausbildung zum Fachwerker für Feinwerktechnik absolviert. Und nach dieser Zeit im Berufsbildungswerk der Paulinenpflege Winnenden konnte er ein Jahr lang Berufserfahrung in einer Werkstatt für behinderte Menschen in Wernau sammeln.
Sanli plädiert dafür, „dass der Staat uns die gleichen Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt ermöglicht, wie Menschen ohne Behinderung. Wir werden leider viel zu häufig unterschätzt.“
(Quelle: DIS AG, 22.09.2009)


