Das Tor in die Beratung: Jeder dritte BCG-Consultant startet Karriere als Praktikant
BCG sucht 2010 rund 100 Praktikanten – Die "Berater auf Zeit" arbeiten voll bei Beratungsprojekten mit – Durch das "Fast Forward"-Programm bleiben sie auch nach dem Praktikum mit BCG in Kontakt
Der typische Praktikantenjob? Ganz klar: Den Vertrieb eines Stahlkonzerns optimieren. Oder ein Konzept entwickeln, wie ein Windkraftanlagenhersteller seine Produktionsprozesse verbessern kann. Oder eine neue Wachstumsstrategie für ein Einzelhandelsunternehmen erstellen. Oder etwas völlig anderes. "Unsere Praktikanten sind voll in die Beraterteams integriert und arbeiten bei ganz normalen Kundenprojekten mit. Dadurch können sie den Beraterjob einfach mal ausprobieren und feststellen, ob sie später in diesem Beruf arbeiten wollen", erläutert Christian Greiser, der für das Recruiting verantwortliche Geschäftsführer der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG).
Hundert Studenten und Absolventen haben in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, BCG im Rahmen eines acht- bis zwölfwöchigen Praktikums als sogenannte "Visiting Associates" kennenzulernen. Doch was muss man mitbringen, um angenommen zu werden? "Von Bewerbern erwarten wir exzellente Noten sowie erste Auslands- und Praxiserfahrung", sagt Christian Greiser. "Aber auch die Persönlichkeit spielt für uns eine große Rolle. Daher ist uns außeruniversitäres Engagement sehr wichtig. Egal ob der Bewerber mit einem Orchester vor großem Publikum aufgetreten ist oder sich für eine Hilfsorganisation engagiert – entscheidend ist, dass sein Horizont nicht an der Campusgrenze endet." Bewerber aus Diplom- und Magisterstudiengängen sollten bereits im Hauptstudium sein, Bachelorstudenten das vierte Semester abgeschlossen haben. Aber auch wer sein Studium schon erfolgreich beendet hat oder gerade promoviert, kann den Beraterberuf im Rahmen eines Praktikums ausprobieren. Die Fachrichtung spielt dabei keine Rolle – Wirtschaftswissenschaftler sind ebenso willkommen wie Ingenieure, Natur- oder Geisteswissenschaftler. Wer mit seinem Lebenslauf überzeugen kann, wird zu einer Interviewrunde mit zwei Gesprächen eingeladen. "In diesen Interviews wollen wir nicht nur erfahren, warum sich der Bewerber für die Beratung interessiert, sondern vor allem mit konkreten Fallstudien testen, wie er an Probleme herangeht", betont Christian Greiser.
Einstiegstraining vermittelt wichtige Grundlagen
Clemens Cepnik gehört zu den Kandidaten, die die Bewerbungsgespräche erfolgreich bewältigt haben. Während seines Mechatronikstudiums nahm er an einem BCG-Workshop teil – und wollte anschließend mehr über den Beraterberuf erfahren. Vergangenes Jahr absolvierte er daher ein zweimonatiges Praktikum im Münchner BCG-Büro. "Vor Beginn meines Praktikums habe ich an einem Training speziell für Visiting Associates teilgenommen. Wir haben beispielsweise gelernt, wie man eine Präsentation strukturiert aufbaut – aber auch, welche internen Ansprechpartner uns unterstützen können", berichtet er.
Anschließend wurde er einem Beraterteam zugeteilt, das gerade die Neuorganisation einer Bank begleitete. Dort bekam er einen eigenen Aufgabenbereich: "Ich sollte prüfen, ob es für die Bank sinnvoll wäre, das Geschäft mit Unternehmenskunden aus der Umwelttechnologiebranche auszubauen", erzählt Cepnik. Keine leichte Aufgabe, da kaum Daten zu diesem noch jungen Markt vorlagen. Doch Cepnik gelang es schließlich, die nötigen Informationen zusammenzutragen. Im Anschluss setzte er mit Hilfe seiner Teamkollegen ein Excel-Modell auf und berechnete das Marktpotenzial. "Am Ende konnten wir die Kundenmitarbeiter über die Chancen und Risiken in diesem Marktsegment informieren und sie davon überzeugen, das Geschäft in diesem Bereich auszubauen", sagt Cepnik. "Es war toll zu erleben, dass ich mit meiner Arbeit in diesem großen Unternehmen wirklich etwas verändern konnte." Im Vergleich zu seinen anderen Praktika in Industrieunternehmen findet Cepnik auch den engen Kundenkontakt, den er während seiner gesamten Zeit bei BCG hatte, bemerkenswert. "Außerdem hat mir gefallen, dass ich von Anfang an die Verantwortung für einen kompletten Aufgabenbereich hatte."
Zwischenfeedback ermöglicht schnelle Entwicklung
Natürlich konnte sich Clemens Cepnik jederzeit Tipps von seinen Teammitgliedern holen – bereits nach der Hälfte seines Praktikums stand jedoch auch das erste formale Feedback an. "Mein Projektleiter hat mit mir besprochen, wo meine Stärken liegen und wie ich mich noch verbessern kann. Zum Beispiel hat er mich ermutigt, meine Ideen und Pläne in noch kürzeren Abständen mit ihm durchzusprechen und mir auf diese Weise mühsame Überarbeitungsrunden zu ersparen", berichtet Cepnik. "Ich fand diese Rückmeldung sehr hilfreich, da ich die Ratschläge sofort umsetzen konnte." Im letzten Feedback am Ende des Praktikums war der Projektleiter dann auch mit Cepniks Fortschritten zufrieden – ein gutes Gefühl.
Am Ende seines Praktikums wurde Clemens Cepnik Teilnehmer des "Fast Forward"-Programms, in das BCG die Besten der ehemaligen Praktikanten aufnimmt. "Schon während meiner Zeit bei BCG konnte ich im Rahmen von zwei Abendveranstaltungen andere Visiting Associates kennenlernen. Als Teilnehmer des 'Fast Forward'-Programms habe ich nun die Möglichkeit, durch regelmäßige Treffen mit anderen ehemaligen Praktikanten in Kontakt zu bleiben und zu erfahren, was es Neues bei BCG gibt." Zurzeit sind rund 140 Studenten und Absolventen im "Fast Forward"-Programm und profitieren neben den Veranstaltungen beispielsweise auch von einem eigenen Intranet.
Clemens Cepnik hat vor wenigen Monaten ein Promotionsstudium in Freiburg begonnen und kann sich gut vorstellen, anschließend in die Unternehmensberatung einzusteigen. Er wäre nicht der Erste, der diesen Weg geht: Rund ein Drittel aller BCG-Berater haben ihre Karriere mit einem Praktikum begonnen.
(Quelle: BCG, 01.06.2010)


