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Europäische Unternehmen erwarten für 2010 Anstieg von Fusionen und Übernahmen

CEO-Befragung von The Boston Consulting Group und der Invest­mentbank UBS: Vertrauen kehrt in M&A-Markt zurück – Jedes fünfte Unternehmen plant eine substanzielle Akquisition – Vorwiegend Konsolidierungs­transaktionen

Der Markt für Fusionen und Über­nahmen kehrt zur Normalität zurück – verbunden mit einem erwarteten deutlichen Aufwärtstrend im kommenden Jahr. Dennoch wird die bestehende Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung und Profitabilität vor allem zu kleineren, risiko­ärmeren Konsolidierungs­transaktionen führen und einige Unternehmen 2010 von Mergers & Acquisitions (M&A) abhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung von mehr als 160 CEOs börsennotierter Unternehmen in Europa, die gemeinsam von The Boston Consulting Group (BCG) und der Investmentbank UBS durchgeführt wurde. Demnach wird sich der Wert der geplanten Transaktionen auf dem Niveau der Jahre 2004 und 2005, den ersten Aufschwungjahren der letzten M&A-Welle, einpendeln.

"Die M&A-Vorhaben der Unternehmen für das kommende Jahr sind ermutigend. Wenn sie tatsächlich umgesetzt werden, wird der M&A-Markt 2010 um rund 20 Prozent gegenüber 2009 wachsen", erklärt BCG-Partner und Studienautor Alexander Roos. "Dennoch gibt es zahlreiche Unter­nehmen, die den Verhand­lungs­­­­­tischen fernbleiben, bis sich die wirtschaftlichen Vorzeichen weiter ver­bessern, etwa makroökonomische Indikatoren, das Wachstums- und Profita­bilitätspotenzial der eigenen Industrie sowie Finanzierungsmöglichkeiten.

Sobald sich diese Indikatoren weiter aufhellen, wird der M&A-Markt wieder deutlich anziehen, und nur die frühzeitig vorbereiteten Akteure werden nachhaltig profitieren", so Roos.

19 Prozent der Unternehmen planen signifikante Transaktion – Wachstum als Haupttreiber für M&A

Jedes fünfte Unternehmen plant für 2010 eine substanzielle Akquisition (Übernahmeziel ist ein Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro). Dabei sind die wichtigsten Gründe für M&A-Aktivitäten wachstums­orientiert: Mehr als die Hälfte (57 %) der befragten Unternehmen wollen im kommen­den Jahr durch Fusionen und Übernahmen ihr bestehendes Produkt- bzw. Serviceportfolio ausbauen, während 39 Prozent in neue Märkte eintreten und 30 Prozent durch eine Transaktion neue Kunden und Vertriebs­kanäle erschließen wollen.

Rund die Hälfte der Unternehmen abwartend

Nach möglichen Hindernissen für M&A-Transaktionen befragt, nennen je rund 40 Prozent der Unternehmen einen Mangel an attraktiven Übernahmezielen sowie hohe Unternehmensbewertungen. Rund die Hälfte der Befragten (43 %) wollen dem M&A-Geschehen so lange fernbleiben, bis sich die wirtschaftlichen und finanziellen Indikatoren nachhaltig bessern; jedes fünfte dieser Unternehmen wartet auf die Erholung seiner Branche, während elf Prozent auf eine Verbesse-rung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation und 13 Prozent auf die Rückkehr zur Normalität auf den M&A-Finanzierungs- und Kreditmärkten warten.

Vorwiegend Konsolidierungstransaktionen – finanzielle Stärke gefragt

Die Mehrheit der für 2010 geplanten Transaktionen, so die Erwartung von 68 Prozent der befragten CEOs, werden Konsolidierungstransaktionen sein. Zugleich erwarten die meisten, dass im Rahmen dieser Transaktionen vor allem kleinere Unternehmen übernommen werden. Der Trend scheint also in Richtung kleinerer, besser kontrollierbarer Transaktionen im Stammmarkt der Käufer zu gehen, weg von strukturverändernden Übernahmen. Während für das laufende Jahr noch 43 Prozent der befragten Unternehmen branchen­umwälzende Trans-aktionen erwarteten, sind es für 2010 nur noch 20 Prozent. Gleich­zeitig wird die Zahl der Restrukturierungstransaktionen zunehmen: Etwa jedes dritte Unter­nehmen (31 %) beabsichtigt, durch die Abspaltung von Geschäfts­einheiten seine strategische und finanzielle Lage zu stärken.

Ausschlaggebend für die Position im M&A-Markt im kommenden Jahr ist die finanzielle Schlagkraft der Unternehmen: Über ein Drittel der Befragten sehen finanziell robuste Unternehmen und Marktführer als potenzielle Käufer, während kleinere (31 %) sowie finanziell geschwächte (21 %) Firmen als typische Über­nahme­kandidaten bewertet werden. Private-Equity-Investoren werden zukünftig wieder eine größere Rolle im M&A-Markt spielen, und zwar nach einhelliger Einschätzung der befragten Unternehmen (54 %) insbe­sondere als Verkäufer von Portfoliounternehmen.

Nur vorbereitete Spieler nachhaltig erfolgreich

"Wir erwarten, dass der M&A-Markt im kommenden Jahr wieder zur Normalität zurückkehrt – einer neuen Normalität, die durch eine konservativere Finanzie­rung und risikoärmere Transaktionen geprägt sein wird", resümiert BCG-Partner Alexander Roos. "Das Umfeld für M&A bleibt weiterhin ausgesprochen heraus­fordernd. Um Akquisitionen und Desinvestitionen erfolgreich zu realisieren, müssen Unternehmen ihre Ausgangssituation kritisch analysieren, sich umfassend vorbereiten und Transaktionen behutsam umsetzen."

(Quelle: BCG, 18.12.2009)

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