Zum 125. Jahrestag der Unternehmensgründung:
"Auf die richtige Mischung kommt es an"
- Veranstaltung zum Themenfeld "Gründung und Gründungskultur"
- Diskussionsrunden und Workshop mit mehr als 100 Teilnehmern
- Chancen für Absolventen: Bosch stellt weltweit 9 000 Akademiker ein
Den 125jährigen Gründungstag des Unternehmens hat die Bosch- Gruppe zum Anlass genommen, auf einer Veranstaltung in Stuttgart über "Gründung und Gründungskultur" zu diskutieren. Am 15. November 1886 gründete Robert Bosch seine "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik". 125 Jahre später setzten sich jetzt Nachwuchskräfte mit Tilman Todenhöfer, geschäftsführender Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG und Mitglied des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH, sowie Mitglieder der Geschäftsführung, Führungskräfte, Arbeitnehmervertreter und Wissenschaftler intensiv mit dem Gründungsgedanken auseinander. Über 100 Teilnehmer waren zur letzten zentralen Jubiläumsveranstaltung ins Nachwuchs-Weiterbildungszentrum Bosch Haus Heidehof der Bosch-Gruppe gekommen.
Welche Eigenschaften fördern Gründergeist?
"Wir brauchen mutige Mitarbeiter, Gründerpersönlichkeiten, die unternehmerisch agieren, auch mit Fehlschlägen umgehen können und dadurch eher einen Motivationsschub erhalten", sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung. Er betonte aber auch, dass Mitarbeiter, die zuverlässig ihre operativen Aufgaben erledigten, mindestens ebenso wichtig seien. "Auf die richtige Mischung kommt es an. Denn gemischte Teams in allen Bereichen sind nachweislich stärker." Vorangegangen waren Diskussionsrunden und ein Workshop, in denen die Teilnehmer über Voraussetzungen für einen dauerhaften Gründergeist in einem Unternehmen mit weltweit 300 000 Mitarbeitern debattierten.
Mut, Kompetenz, Begeisterungsfähigkeit, Ausdauer, Risikobereitschaft und Umsetzungsstärke: Das seien Eigenschaften, über die auch Robert Bosch verfügte, wie der Historiker Dr. Johannes Bähr von der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main berichtete. In den ersten zehn Jahren nach Gründung seines Unternehmens hatte Robert Bosch kein Geld verdient. Aber er hielt durch, so Dr. Bähr. "Robert Bosch hatte großes Vertrauen in seine Fähigkeiten. Und er war davon überzeugt, dass er diese Fähigkeiten in seiner eigenen Firma am besten umsetzen kann."
Gründertypen anders führen
Bosch habe viele Mitarbeiter, die Gründerfähigkeiten mitbringen, waren sich Dr. Volkmar Denner und Dr. Wolfgang Malchow einig. "Diese müssen wir aber anders führen, unterstützen, motivieren und ihnen größere Freiräume übertragen", befanden die beiden Mitglieder der Bosch-Geschäftsführung. Hartwig Geisel, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, sagte: "Gründergeist gibt es bei Bosch auf allen Hierarchieebenen, in der Fertigung ebenso wie in der Verwaltung." Führungskräfte müssten ein Umfeld schaffen, das Gründertypen hervor bringt, sagte der Inhaber des Lehrstuhls für Entrepreneurship an der Universität Gießen, Prof. Dr. Rüdiger Kabst. In Großunternehmen sei dies nicht selbstverständlich. Große Organisationen hätten den Hang zu Trägheit und zum konformen Verhalten. Umso wichtiger sei es, dass der Gründergeist durch Vorbilder im Unternehmen gelebt werde. Professor Kabst sagte: "Es braucht den Mut, nonkonformes Verhalten zu belohnen. Und es müssten auf einzelnen Geschäftsgebieten kleine Tochtergesellschaften, so genannte Schnellboote, gegründet werden."
"Zahlreiche Start-Ups gegründet"
Bosch geht konsequent diesen Weg. Eine der jüngsten Neugründungen ist die Bosch Power Tec GmbH in Böblingen, die Leistungselektronik speziell für erneuerbare Energien entwickelt. Deren Geschäftsführer Dr. Andreas Stratmann wähnte sich anfangs ein wenig wie in einem Abenteuer, als er die Leitung übernahm. Aber der Erfolg gibt ihm Recht. Das junge Unternehmen wächst rasant. Auch die 1999 gegründete Bosch Engineering GmbH in Abstatt (Kreis Heilbronn) wächst unaufhaltsam. Als kleiner Anbieter für spezielle Ingenieursdienstleistungen vor allem in der Kraftfahrzeugtechnik gestartet, zählt sie jetzt, zwölf Jahre später, 1 600 Mitarbeiter an acht Standorten in Asien, Europa und den USA. Deren Geschäftsführer Bernhard Bihr wies auf das hohe Tempo hin, das wiederum Eigenverantwortung erfordere: "Geschwindigkeit ist in unserem Marktumfeld extrem wichtig. Deshalb muss jeder Mitarbeiter bei uns wie ein Unternehmer fühlen und handeln."
Hauseigene Venture-Capital-Gesellschaft hilft bei Gründungen
Start-Up-Unternehmen, die sich auf für Bosch interessanten Geschäftsfeldern bewegen, begleitet und unterstützt die 2007 gegründete Robert Bosch Venture Capital GmbH. Sie ist zwar eine hundertprozentige Konzerntochter, wurde operativ aber nahezu gleichartig zu privaten Venture Capital Firmen aufgestellt. In einer virtuellen Fondsstruktur werden über zehn Jahre 200 Millionen Euro investiert. Wie auch bei anderen konzerneigenen Venture Capital Einheiten, wird allerdings nur ein Teil der Mittel direkt investiert. Rund zwei Drittel stehen für direkte Investments zur Verfügung, die restlichen Mittel verwaltet das Management als eine Art Dachfonds. Der kaufmännische Geschäftsleiter Dr. Markus Thill ist davon überzeugt: Ob eine Neugründung gelingt oder nicht, liegt meistens an den Menschen im Team, weniger am Produkt oder Markt. Es sei wichtig, dass sich die Kompetenzen und Perspektiven der einzelnen Mitglieder im Gründungsteam ergänzen, sagte auch Markus Quicken, Geschäftsführer der SupplyOn AG in Hallbergmoos bei München, einem 2000 gegründeten Start-up. Elf Jahre später ist SupplyOn der weltweit größte Anbieter von webbasierten Lösungen für Supply Chain Management in der Fertigungsindustrie.
Die Beispiele zeigen: Bosch war immer ein Unternehmen für Gründertypen. Dank seiner Unternehmenskultur und von Vielfalt geprägter Mischung von Mitabeitern werde dies auch künftig so bleiben, resümierte Fehrenbach. Er appellierte vor allem an die anwesenden Nachwuchskräfte: "Es ist 125 Jahre lang gelungen, immer wieder Brücken zwischen Gründung heute und morgen zu schlagen. Bewahren Sie alle Ihren Unternehmergeist, sorgen Sie dafür, dass dieses Feuer in Ihnen weiter brennt."
9 000 Einstellungen weltweit
Im laufenden Jahr stellt das Unternehmen weltweit rund 9 000 Akademiker ein, davon 1 200 in Deutschland. Um auch in Zukunft gut ausgebildete Absolventen gewinnen zu können, baut Bosch mit dem "InterCampus Program" seine Hochschulförderung international aus: Rund 50 Millionen Euro werden investiert. Damit sollen in den kommenden zehn Jahren Universitäten und Forschungsinstitute in Deutschland, China, Indien und den USA unterstützt werden. Gleichzeitig betrachtet Bosch die Ausbildung junger Menschen als Teil seiner gesellschaftlichen Verantwortung. Rund 1 500 Jugendliche und junge Menschen haben im September an 60 deutschen Standorten und 100 Niederlassungen ihre Ausbildung begonnen. 63 Prozent von ihnen entschieden sich für einen technischen Beruf.
Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik erwirtschafteten rund 285 000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 47,3 Milliarden Euro. Für 2011 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro und eine Mitarbeiterzahl von gut 300 000 zum Jahresende. Die Bosch- Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre mehr als 350 Tochter- und Regionalgesellschaften in über 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2010 gab Bosch 3,8 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldete über 3 800 Patente weltweit an. Mit allen seinen Produkten und Dienstleistungen fördert Bosch die Lebensqualität der Menschen durch innovative und nutzbringende Lösungen.
Das Unternehmen feiert 2011 sein 125-jähriges Bestehen. Es wurde 1886 als "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" von Robert Bosch (1861-1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen, langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte liegen mehrheitlich bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.
Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, www.125.bosch.com
(Quelle: Bosch, 30.11.2011)


