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Stabilisierung nach Konjunktureinbruch

Im Winterhalbjahr 2008/09 ist die Konjunktur weltweit in einem bisher nicht dagewesenen Tempo eingebrochen. Länder wie Deutschland mit starker Exportorientierung, und hier Fokus auf Investitionsgüter, waren besonders stark betroffen. Innerhalb von nur zwei Quartalen - dem vierten Vierteljahr 2008 und dem ersten Quartal 2009 - ist die gesamtwirtschaftliche Produktion in Deutschland um etwa 5 ½ Prozent gesunken.

Der größte Teil der für dieses Jahr erwarteten Abnahme des realen Bruttoinlandsproduktes liegt folglich hinter uns. Gut die Hälfte des während des Aufschwungs von Mitte 2003 bis Mitte 2008 erzielten Wachstums geht im Jahr 2009 wieder verloren. Es handelt sich also ohne Zweifel um eine tiefe Rezession. Allerdings sind die Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt bislang erstaunlich gering.

Die Zahl der Erwerbstätigen und die der Arbeitslosen nimmt seit Herbst 2008 zu, aber gemessen am Einbruch der Produktion nur verhalten. Der Abbau von Überstunden (Zeitkonten) und die intensive Nutzung von Kurzarbeit erklären dies.

Wie wird es weitergehen?

„Solange die negative Spirale aus Finanzkrise und Rezession nicht gestoppt wird, bleibt der Ausblick höchst unsicher. Für das Sommerhalbjahr erwarten wir in Deutschland und den großen Industrieländern annähernd Stagnation; diese Phase kann aber auch bis in den Winter anhalten, wenn die Stabilisierung der Banken nicht bald gelingt. An die Phase der Stagnation wird sich eine Erholung anschließen, die trotz massiver Impulse der Geldpolitik und der Finanzpolitik verhalten ausfallen wird. Für 2010 kann für die Industrieländer, je nach dem wie lange die Stagnation anhält bzw. wann die Stabilisierung der Banken gelingt, mit einem Wachstum zwischen 0 Prozent und 1 Prozent gerechnet werden“, so die Prognose des Chefvolkswirts der BayernLB, Dr. Jürgen Pfister.

Es wird also wohl mindestens bis 2011 oder 2012 dauern, bis das Produktionsniveau vor Beginn der Rezession wieder erreicht ist. In der Zwischenzeit wird die Arbeitslosigkeit deutlich ansteigen.

Die Wirtschaftspolitik steht kurzfristig vor der Herausforderung, den Abschwung zu stoppen und das Finanzsystem zu stabilisieren. Auf absehbare Zeit werden folglich die Leitzinsen der Notenbanken sehr niedrig bleiben und die öffentlichen Defizite sehr hoch ausfallen. Um langfristig Schaden dieser Politik abzuwenden, kommt es darauf an, rechtzeitig und glaubwürdig zur Normalität zurückzukehren. Das wird in jedem Fall früher notwendig werden, als es Politik und Öffentlichkeit für angezeigt halten.

(Quelle: Bayern LB, 27.04.2009)

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