Zehn Jahre Klinikförderpreis der BayernLB: 25.000 Euro für Mediziner und innovative Projekte
Die BayernLB verleiht heute bereits zum zehnten Mal den mit 25.000 Euro dotierten Klinikförderpreis. Der Klinikförderpreis ist ein bundesweit ausgeschriebener Wettbewerb für Kliniken, die den Strukturwandel im Gesundheitswesen vorantreiben. Die BayernLB unterstreicht mit dieser Preisverleihung ihr soziales und gesellschaftliches Engagement.
„Damit auch in Zukunft hohes medizinisches Niveau im Gesundheitswesen bezahlbar bleibt, sind Maßnahmen wie Effizienzsteigerung sowie Optimierung der Strukturen und Prozessabläufe in den Kliniken dringend erforderlich. Unser erklärtes Ziel ist es, Kliniken auszuzeichnen, die den Strukturwandel im Gesundheitswesen mit innovativen Ideen besonders vorantreiben und dabei den Patienten in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen“, so Dr. Rudolf Hanisch, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der BayernLB, zur Idee des Engagements der Bank.
Schirmherrin des Klinikförderpreises ist Christa Stewens, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen.
Die hochkarätig besetzte Jury wählte unter den knapp 50 eingereichten Bewerbungen den Verbund norddeutscher Rehakliniken e.V. auf den mit 8.000 Euro dotierten 1. Platz. Das „Reha Casemanagement als Nukleus eines rationalen Versorgungsablaufes“ vernetzt als integriertes Versorgungsmodell über ein Casemanagement in Beispiel gebender Weise bislang abgeschottete Versorgungsbereiche, so dass für Information und Transparenz in jeder Versorgungsphase gesorgt ist. Zudem können Leistungserbringer und –träger zusammengeführt werden. Ein geschulter, persönlicher Casemanager koordiniert sämtliche Termine, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden und schult die Patienten darüber hinaus in einer prä-operativen Vorbereitung.
Nach Auffassung der Jury zeichnen dieses Projekt die umfassende Partnerschaft, die breite Ausrichtung des Systems über die vorhandenen Sektoren hinweg und der frühzeitige Ansatz des Modells in besonderer Weise aus. Eine Studie belegt deutlich die spürbar gestiegene Zufriedenheit der Patienten und einen Anstieg um mehr als 82 Prozent der Leistungsempfänger.
Den 2. Platz belegt das Städtische Klinikum München GmbH, Präklinik am Klinikum Bogenhausen, dessen Projekt „Innovation an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung“ mit 6.000 Euro ausgezeichnet wird. Die Jury honorierte, dass mit der Präklinik eine umfassende Neuausrichtung des Notarztdienstes erfolgte, da diese an den Schnittstellen zwischen Rettungsdienst und Krankenhaus angesiedelt ist und zugleich ambulante und stationäre Akutbehandlung des Patienten leistet. Die bisher strikte Trennung zwischen Notarzt und Klinik wurde aufgehoben und eine gemeinsame Anlaufstelle für Zuweiser, Patienten und deren Angehörige geschaffen. Die Präklinik ist bereits seit zwei Jahren in Betrieb und konnte von Anfang an eine bessere, bedarfsgerechte Versorgung der Patienten sicherstellen sowie die Ausnutzung und –lastung der Intensivstation optimieren. Für die Jurymitglieder ist dieses Projekt förderungswürdig, weil es die – durch Öffentlichkeit und Politik – geforderte klare Orientierung auf den Patienten und seine akuten Bedürfnisse beispielhaft umsetzt.
Der 3. Platz und ein Preisgeld von 4.000 Euro gehen an das Universitätsklinikum Leipzig, Klinik für Visceral-, Transplantations-, Gefäßund Thoraxchirurgie für das „Zentrale Patientenmanagementsystem (ZPM)“. Die Jury honorierte, dass am Klinikum Leipzig im Bereich der Chirurgie ein System zur Steigerung der Auslastung und effizienteren Planung etabliert wurde, das hinsichtlich seiner umfassenden Vernetzung zwischen IT- und Gesundheitsbereich einmalig ist und bundesweit seines gleichen sucht. Das ZPM dient dabei als Planungs- und Koordinierungsinstrument zwischen Patient, Ein- und Zuweisern, den chirurgischen Ambulanzen, der Notfall-, Normal- und Intensivstation sowie dem Operationsbereich. Seit Einführung dieses Systems sind nicht nur die Beleg- und Fallzahlen gestiegen. Auch die projektorientierten Diagnose- und Behandlungsabläufe sowie die geplanten Entlassungstermine konnten in weit höherem Maße als zuvor realisiert wurden.
Mit Platz 4 und einer Geldprämie von 2.000 Euro wurde die Kinderklinik St. Hedwig Regensburg (Barmherzige Brüder), Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie für ihr Projekt „Pädiatrische Palliativmedizin“ ausgezeichnet, die mit ihrem Modell versucht hat, ein selbstständiges Palliativprogramm aufzubauen. Die Kinderärztin und Onkologin Dr. Marlene Volz-Fleckenstein rief den Plan für dieses Vorhaben im Jahr 2002 ins Leben und begleitete es von Anfang an wissenschaftlich. Aus diesem Modell ist mittlerweile ein organisatorisch autonomes Palliativprogramm etabliert werden, das es ermöglicht, sterbenskranke Kinder von einem Team aus medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Kräften zu Hause betreuen zu können.
(Quelle: Bayern LB


