Studenten erleichtern Schülerinnen Einstieg in naturwissenschaftlich-technisches Studium
Trotz optimaler Bedingungen ist der Anteil von Frauen in den Studiengängen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sehr gering. Das Mentoring-Programm MentoMINT an der Universität des Saarlandes fördert daher über ein Jahr hinweg die Partnerschaft zwischen Schülerinnen und Studenten dieser Fächer, um Einstiegshürden abzubauen. Heute startet der zweite Jahrgang.
„Die naturwissenschaftlich-technischen Studiengänge sind bestens strukturiert, die Vorrausetzungen für einen erfolgreichen Abschluss sehr gut und die beruflichen Perspektiven ausgezeichnet“, erklärt Sybille Jung, die gemeinsam mit Stephanie Vogel von der Koordinationsstelle Gender Equality MINT das Projekt ins Leben gerufen hat. Dennoch entscheiden sich laut Jungs Aussage nur sehr wenige Schülerinnen für ein solches Studium. Die vor einem Jahr an der Saar-Uni gegründete Initiative MentoMINT will das ändern und bietet Schülerinnen durch eine Tandempartnerschaft mit Studentinnen und Studenten einen tieferen Einblick in MINT-Studiengänge und Universitäts-Institute. Es schließt damit an das Unicamp an, in dem Schülerinnen fünf Tage lang und technische Fächer an der Universität des Saarlandes erkunden. Dieses fand bereits achtmal während der Sommerferien statt.
Nach dem Abschluss des ersten Jahrganges im MentoMINT-Programm wurden jetzt für das kommende Jahr erneut Tandems gebildet. Drei davon stammen aus der Informatik, die restlichen Partnerschaften verteilen sich auf die Studienfächer Chemie, Physik, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, Mechatronik, Computerlinguistik, Molekulare Medizin und Bioinformatik. Vergangene Woche wurden die Mentorinnen und Mentoren eingewiesen, heute findet das erste gemeinsame Treffen mit den Schülerinnen, den sogenannten Mentees, statt. Für die Tandems stehen Kennenlernen und erste Terminabsprachen auf der Agenda. Die Mentees erhalten direkt zu Anfang einen konkreten Eindruck des MINT-Fachs. In Gesprächen beantworten die Studenten offen und unbefangen Fragen zur Entscheidungsfindung, dem Studienverlauf, aber auch zum allgemeinen Leben auf dem Campus. Darüber hinaus besuchen sie mit ihren Schützlingen Vorlesungen und Arbeitsgruppen, führen in Fächern wie Chemie und Physik sogar Experimente durch.
Ergänzt wird das Mentoring-Programm durch ein vielseitiges Begleitprogramm und Rahmenveranstaltungen im nächsten Jahr. Im Frühjahr, im Sommer und im Herbst 2012 treffen sich alle Tandems in der Gruppe wieder und können sich über bisherige Erlebnisse austauschen.
„Der erste MentoMINT-Jahrgang zeigt, dass unser Programm Sinn macht. Von acht Mentees haben bisher zwei Mädchen das Juniorstudium in einem naturwissenschaftlich-technischen Fach begonnen“, erklärt Stephanie Vogel. Dank des Ministeriums für Bildung, das mit dem Unicamp für Schülerinnen auch das Mentorenprogramm unterstützt, wird es auch in Zukunft diese Möglichkeit für Schülerinnen geben.
(Quelle: Universität des Saarlandes, 10.11.2011)


