Master in Passau: Geographie: Kultur, Umwelt und Tourismus
Eine Expedition nach ins eiskalte Alaska organisieren? Einen Freizeitpark in Thailand eröffnen? Oder doch ein Festival in Portugal unterstützen? Wer sich zwischen diesen Aufgaben einfach nicht entscheiden kann, fällt auch die Wahl des Studiums schwer. An der Universität Passau wurde sich nun diesem Problem angenommen und der Masterstudiengang „Geographie: Kultur, Umwelt und Tourismus“ geschaffen.
GKUT – zugegeben, für eine knackige Abkürzung ist der Studiengang nicht geschaffen, er klingt so eher nach einer selten Eidechsenart. Und auch Opa Hans, der vor 60 Jahren einmal Tischler gelernt hat, wird sich beim Titel des Masters fragen: „Ist denn Geographie, Kultur, Umwelt und Tourismus nicht ein bisschen viel auf einmal?“
Nun, man kann auch nach diesem Studium in Alaska, Thailand und Portugal arbeiten, sondern muss sich für eines dieser Länder entscheiden. Besser ausgedrückt, man kann einen speziellen Kulturraum wählen und über diesen eine „Kulturraumkompetenz“ erwerben. Zur Wahl stehen der anglophone, italienische, ostmitteleuropäische und der südostasiatische Kulturraum. Der Student lernt Literatur und Kultur kennen und als wichtigen Teil der Ausbildung die Sprache.
Allgemeiner gehalten ist die Vermittlung der Kernmodule, die sich mit Marketing, touristischen und umweltbezogenen Themen beschäftigen. Hier treffen sich Geographie, Tourismus und Wirtschaftswissenschaften. In die Tiefe gehen, wie etwa bei einem Fachstudium Geographie, kann man an dieser Stelle wohl nicht. Dafür wird im interdisziplinären Teil der Tourismusstudien eine große Exkursion vor Ort durchgeführt und somit an einem praktischen Beispiel erläutert.
Welcher Beruf daraus am Ende wird, ist von Student zu Student verschieden. Die breit angelegte Ausbildung soll strategische und konzeptionelle Fähigkeiten hervorbringen. Man kann also in der Verwaltung eines großen Verbandes landen, etwa bei der Planung oder in der Tourismusabteilung. Man kann auch in der Beratung eines Freizeitparks, als Reiseveranstalter oder Eventmanager arbeiten. Das Studium befähigt auf jeden Fall zu einem internationalen Beruf, man muss sich nur für einen bestimmten Kulturraum entscheiden.
Wer kann nun überhaupt diesen exklusiven Master studieren, der so verschiedene Fachrichtungen in sich vereinigt? Zunächst einmal muss man einen ersten Abschluss bewältigt haben, ob nun Bachelor, Diplom, Magister oder Staatsexamen. Man kann allerdings aus vollkommen verschiedenen Richtungen kommen. Seien es Gesellschafts-, Wirtschafts- oder Kulturwissenschaften, sei es das Studium der Geographie oder Tourismus – jeder dieser Absolventen hat die Chance auf einen Platz in Passau.
Ein achtwöchiges Praktikum ist ebenfalls Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung. Gute Englischkenntnisse sind in Hinblick auf einen internationalen Beruf sind quasi selbstverständlich. Und auch wenn der Opa mit seiner Tischlerlehre etwas irritiert aus der Wäsche gucken wird, kannst vielleicht auch du bald sagen: „Tja Opa, ich habe Geographie, Kultur, Umwelt und Tourismus in Passau studiert und mache demnächst im Himalaja einen Erlebnispark auf!“
Christoph Schlüter


