Filmfest München 2006: Zwei renommierte Preise an Absolventen der Münchner Filmhochschule
WER FRÜHER STIRBT, IST LÄNGER TOT von HFF-Absolvent Marcus H. Rosenmüller wurde gestern Abend mit dem Förderpreis Deutscher Film in der Kategorie 'Beste Regie' ausgezeichnet. DAS LEBEN DER ANDEREN, bereits vielfach prämiert, von Florian Henckel von Donnersmarck erhält heute Abend - gemeinsam mit Hauptdarsteller Ulrich Mühe - den Bernhard Wicki Filmpreis - Die Brücke - Der Friedenspreis des deutschen Films. Berühmter Laudator ist Hans-Dietrich Genscher.
Die Hochschule für Fernsehen und Film München gratuliert ihren preisgekrönten Absolventen zu den überaus angesehenen Preisen und freut sich mit Marcus H. Rosenmüller und Florian Henckel von Donnersmarck, dass sie mit ihren Debütfilmen die Juroren überzeugen konnten. Beide Regisseure haben ihr Handwerk sehr erfolgreich in der Abteilung Film und Fernsehspiel an der HFF München gelernt. Rosenmüller studierte bei Prof. Wolfgang Längsfeld, Henckel von Donnersmarck schloss unter der Leitung von Prof. Andreas Gruber sein Studium ab.
Rosenmüller bewies bereits während seines Studiums ein untrügliches Gespür für seine bayerische Heimat und deren Bewohner, die er mit liebevollem Humor in seinen Filmen aufleben lässt. "Nur Schreiner machen Frauen glücklich" (1998), "Kümmel und Korn" (2000) und "Hotel Deepa" drehte der Oberbayer an der HFF. Nach seinem Abschluss 2002 realisierte er ein Theaterstück - DER HEIRATSANTRAG - , anschließend für den BR zusammen mit Joseph Vilsmaier den Dokumentarfilm DEN FRIEDEN IN DER HAND. Anfang nächsten Jahres wird SCHWERE JUNGS, eine historische Komödie, ins Kino kommen. WER FRÜHER STIRBT, IST LÄNGER TOT wurde vom FilmFernsehFonds Bayern gefördert und von Roxy Film und BR (Redaktion: Cornelia Ackers) produziert.
Florian Henckel von Donnersmarck konnte bereits mit seinem ersten Film an der Münchner Filmhochschule glänzen: DOBERMANN lief auf zahlreichen Festivals und gewann im Jahr 2000 den Max Ophüls Preis für den besten Kurzfilm. Nach dem historischen Kurzspielfilm DER TEMPLER (2002) begann er mit den Recherchen für seinen Abschlussfilm. DAS LEBEN DER ANDEREN wurde 2006 mit vier Bayerischen Filmpreisen und sieben Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet, denen nun der Bernhard Wicki Filmpreis folgt. "Der Bernhard Wicki Filmpreis würdigt künstlerische Arbeiten, die Brücken schlagen, wo andere Gräben aufreißen. Er soll wegweisend für junge Künstler sein, sich mehr an Filmen, die sich durch Inhalte und filmische Kraft auszeichnen, zu orientieren, als an Effekten und Marketing", heißt es beim Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds. Dass DAS LEBEN DER ANDEREN diesen Preis bekommt, ist eine hohe Auszeichnung und eine weitere wesentliche Bestätigung für das Drama um die Verlorenheit des Individuums in einem totalitären Staat.
Die Hochschule für Fernsehen und Film ist nicht nur stolz auf ihre überaus erfolgreichen Absolventen, sondern auch darauf, dass derart unterschiedliche Filme wie DAS LEBEN DER ANDEREN und WER FRÜHER STIRBT, IST LÄNGER TOT große Preise gewinnen. Denn die Filmhochschule sieht ihr Ziel darin, begabte Studentinnen und Studenten auf ihrem Weg zu einem individuellen filmischen Ausdrucksvermögen zu begleiten.
(Quelle: Hochschule für Fernsehen und Film München, 20.07.2006)


