Studenten können mehr eigene Akzente setzen
Praxisorientierung des Bachelor nochmals verstärkt.
Allen Unkenrufen zum Trotz: Viele Bachelor-Studiengänge sind besser als ihr Image. Die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) genießt auch in diesem Bereich einen hervorragenden Ruf. Sie baut jetzt die Praxisorientierung weiter aus und vergrößert den Projektanteil im Studium.
Bis 2010 sollten alle Studiengänge in Deutschland auf die neuen internationalen Abschlüsse Bachelor oder Master umgestellt werden. Die FHDW hat diesen Schritt bereits 2006/2007 vollzogen und somit die Chancen frühzeitig genutzt. Für die Hochschule war die Umstellung zudem ein willkommener Anlass, die Inhalte der Studiengänge auf den Prüfstand zu stellen. Die Lehrpläne wurden gestrafft, Redundanzen beseitigt und die Projektorientierung verstärkt. Insofern stellt die Umstellung eine konsequente Weiterentwicklung und Verbesserung des FHDW-Studienkonzepts dar. Theorie und betriebliche Praxis werden noch enger verzahnt.
Mehr Seminare, mehr Projektarbeiten
Durch die Umstellung konnte die Zahl der Vorlesungen und Übungen um etwa 20 Prozent reduziert werden. Dafür wurden in die Studiengänge Phasen eines „gelenkten Eigenstudiums“ integriert. Das bedeutet; die Studenten werden künftig noch mehr Projekte durchführen, die in Zusammenhang mit ihrer Arbeit in den Unternehmen stehen. Außerdem werden sie häufiger eigenständig Fragestellungen bearbeiten, die sich aus der betrieblichen Praxis ergeben. So lernen sie, selbstständig Lösungen für bisher unbekannte Aufgaben und neue Herausforderungen zu entwickeln.
Betriebe begrüßen Umstellung
Die Professoren der FHDW wenden neben dem „Unterricht“ mehr Zeit für die Betreuung von Projekt- und Praxisarbeiten auf. Das Einheitsstudium wird so durch ein persönliches Coaching abgelöst, das den Lernprozess individualisiert. Der Erfolg gibt der FHDW Recht. Seit der Umstellung auf die Bachelor-Studiengänge arbeiten mehr Unternehmen mit der FHDW zusammen. Sie finanzieren den FHDW-Studenten häufig das gesamte Studium und begrüßen diese Form der praxisnahen Ausbildung. Auch die Ende 2009 von der FHDW initiierte Umfrage unter 150 Unternehmen belegt: Jede zweite Firma schätzt den Bachelor hinsichtlich der „Beschäftigungsfähigkeit“ (fachliche Kompetenz, Eigenverantwortung, Teamfähigkeit etc.) als gleichwertig mit dem Diplom ein.
Und die Studierenden goutieren offensichtlich diese Entwicklung. Allein die Tatsache, dass sich in den letzten vier Jahren immer mehr junge Männer und Frauen für ein Studium an der FHDW entschieden haben, zeigt die hohe Akzeptanz. Zurzeit studieren fast 1.800 junge Leute an der FHDW. Die Folgerung sollte deshalb lauten: Nicht die neuen Bachelor- oder Master-Abschlüsse sind per se kritisch zu bewerten, sondern eher die Umstellungsprozesse an vielen Hochschulen.
Für FHDW-Präsident Prof. Dr. Karl Müller-Siebers war die Einführung der neuen Studienabschlüsse ein willkommener Anlass, die Inhalte der Studiengänge auf den Prüfstand zu stellen: „Die Studiengänge wurden von Ballast befreit und wesentlich praxisorientierter ausgerichtet.“
(Quelle: FHDW, 06.05.2010)


