DER BACHELOR IST BESSER ALS SEIN RUF
Im Laufe dieses Jahres werden auch die letzten Studiengänge auf die Bachelor- und Master-Abschlüsse umgestellt sein. Die FHDW Hannover hat diese Vorgabe bereits 2007/2008 erfüllt – und sie als Chance begriffen. Das Ergebnis: Studiengänge, die von Ballast befreit und wesentlich praxisorientierter ausgerichtet sind.
Für FHDW-Präsident Prof. Dr. Karl Müller-Siebers war die Einführung der neuen Studienabschlüsse ein willkommener Anlass, die Inhalte der Studiengänge auf den Prüfstand zu stellen: „Die Lehrpläne wurden gestrafft, Überflüssiges gestrichen und die Projektorientierung verstärkt. Insofern stellt die Umstellung nur eine konsequente Weiterentwicklung und Verbesserung unseres Studienkonzepts dar. Theorie und betriebliche Praxis sind noch enger verzahnt“.
Weniger Seminare, mehr Projektarbeit
Die FHDW bietet Bachelor-Studiengänge in BWL, Informatik und Wirtschaftsinformatik, sowie die Master-Studiengänge Business Process Engineering und Business Process Administration. Mit der Umstellung gehen auch an der FHDW einige Änderungen einher. So sinkt zum Beispiel die Zahl der Präsenzstunden in den Studiengängen von ungefähr 2100 auf circa 1600 – also um knapp ein Viertel. Die Studenten verbringen entsprechend weniger Zeit in Vorlesungen und Seminaren. Dafür wurden in die Studiengänge Phasen eines „gelenkten Eigenstudiums“ integriert. Was dies bedeutet, erläutert Prof. Dr. Müller-Siebers. „Die Studenten werden künftig noch mehr Projekte durchführen, die in Zusammenhang mit ihrer Arbeit in den Unternehmen stehen. Außerdem werden sie häufiger eigenständig Fragestellungen bearbeiten, die sich aus der betrieblichen Praxis ergeben.“ Das Ziel hiervon, so Müller-Siebers: „Bei ihrer beruflichen Tätigkeit müssen die Studierenden – gerade wenn sie hochqualifizierte Jobs haben – auch oft Lösungen für bisher unbekannte Aufgaben und neue Herausforderungen entwickeln.“ Dies sollen sie in höherem Maße lernen. „Außerdem beschäftigen sich die Studenten häufiger eigenständig mit Fragestellungen, die sich aus der betrieblichen Praxis ergeben“, so Prof. Dr. Müller-Siebers.
Unternehmen und Studierende profitieren
Für die Studenten bedeutet dies neben dem Studium eine optimale Vorbereitung auf das zukünftige Berufsleben. „Bei ihrer beruflichen Tätigkeit müssen die Studierenden – gerade wenn sie hochqualifizierte Jobs haben – auch oft Lösungen für bisher unbekannte Aufgaben und neue Herausforderungen entwickeln“, weiß Prof. Dr. Müller-Siebers. Hierbei unterstützen sie die Professorinnen und Professoren der FHDW, indem sie zwar weniger „unterrichten“, aber mehr Zeit in die Betreuung von Projekt- und Praxisarbeiten investieren – oder, wie Prof. Dr. Müller-Siebers sagt, „in das individuelle Coaching“. Insofern resultiert aus der Umstellung der Studiengänge, so sein Fazit, auch eine „stärkere Individualisierung des Lernprozesses, weil die Studierenden künftig mehr eigene Projekte durchführen und betriebliche Fragestellungen bearbeiten
Die etwa 250 Unternehmen, mit denen die Hochschule kooperiert und die den FHDW-Studenten häufig das Studium finanzieren, begrüßen diese Form der praxisnahen Ausbildung. Und auch bei den Studierenden kommt das Modell gut an: In den letzten zehn Jahren haben sich immer mehr junge Frauen und Männer für ein Studium an der FHDW entschieden.
(Quelle: FHDW, 25.02.2010)


