HFBK Hamburg:
Studienplätze für exmatrikulierte Studierende
Das Präsidium der Hamburger Hochschule für bildende Künste (HFBK) hat angekündigt, wegen des Boykotts von Studiengebühren exmatrikulierte Studierende erneut aufzunehmen, sofern sie die gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren nachträglich entrichten. »Ihre Re-Immatrikulation erfolgt dann ohne weitere Formalitäten«, sagte der Präsident der Hochschule, Martin Köttering.
Dies betrifft alle Studierenden, die wegen unterlassener Zahlungen im Sommersemester 2007 und im Wintersemester 2007/08 einen Exmatrikulationsbescheid erhielten. Wiederholt hatte sich Köttering bereits in der Vergangenheit gegen Studiengebühren ausgesprochen. Dabei hatte er auch auf die besondere Situation einer Kunsthochschule hingewiesen. Das materialaufwendige, teure Studium der Kunst belastet Studierende in besonderer Weise. Sie mit zusätzlichen Gebühren zu belegen, stellt eine unzumutbare Härte dar. Darüber hinaus ist die Hamburger Kunsthochschule gegenüber vergleichbaren Hochschulen in Berlin, Leipzig oder Düsseldorf extrem benachteiligt, die keine Studiengebühren erheben müssen. »Ich habe Verständnis für die studentischen Proteste«, sagte Köttering, »und will allen exmatrikulierten Studierenden die Möglichkeit ihrer unbürokratischen Re-Immatrikulation offen halten.«
Die Hochschule sieht sich in dieser flexiblen Haltung durch die Koalitionsvereinbarungen von CDU und GAL bestätigt. Insbesondere begrüßt sie die Erklärung der Politikerinnen und Politiker, von einer rigiden Durchsetzung bereits ausgesprochener Exmatrikulationen abzusehen. Dies entspricht dem Standpunkt, den die HFBK seit geraumer Zeit vertritt. Zwar sieht der Präsident seine Bedenken durch die angekündigte Neuregelung der Studiengebühren, die sich künftig auf 375 Euro statt auf 500 Euro belaufen sollen, keineswegs ausgeräumt. Die Erhebung von Studiengebühren nach dem Studium stellt jedoch ebenso eine Erleichterung dar wie die Absicht, spätere Zahlungen erst bei einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro an abzufordern.
»Die Koalitionsvereinbarungen zwischen CDU und GAL sind leider nicht rückwirkend«, sagte Köttering. »Trotzdem hoffe ich, dass die starren Fronten bröckeln. Auf diese Weise kann ein politischer Raum entstehen, in dem die Diskussion über Sinn oder Unsinn von Studiengebühren geführt werden kann.«
(Quelle: Hochschule für Bildende Künste Hamburg, 23.04.2008)


