Junge Göttinger Medizinerin erhält Junior-Forschungspreis
Junior-Forschungspreis 2010 der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM) für Göttinger Medizinerin Dr. Ingrid Muth.
Dr. Ingrid Muth, Assistenzärztin in der Abteilung Neurologie der Universitäts-medizin Göttingen, hat für ihre Grundlagenforschung zur so genannten sporadischen Einschlusskörpermyositis (sporadic Inclusion Body Myositis; sIBM) den Junior-Preis 2010 der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) erhalten.
Die sporadische Einschlusskörpermyositis ist eine der häufigsten erworbenen Mus-kelerkrankungen bei Menschen, die älter als 50 Jahre sind. In der preisgekürten Arbeit weist Dr. Muth nach, dass bereits im frühen Stadium der Erkrankung bestimmte Zellstress-Moleküle im Skelettmuskel hochreguliert sind. Auch ein Zusammenhang zwi-schen diesem Phänomen und den typischen Anzeichen der Erkrankung, wie Entzündung und Verfall des Muskelgewebes, wird durch ihre Forschung belegt. Die Arbeit bietet neue Ansatzpunkte für zukünftige Diagnose- und Behandlungsstrategien. Die Forschungsergebnisse von Dr. Ingrid Muth wertete die Jury als wichtigen Beitrag, um die Entstehung dieser Erkrankung besser zu verstehen. Die Preisverleihung fand im Rahmen der 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysio-logie (DGKN) in Halle an der Saale statt. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde von der Firma Temmler Pharma gestiftet.
Die Originalarbeit mit dem Titel „Upregulation of αB-crystallin interrelates with APP and precedes accumulation of β-amyolid in the muscle of sporadic IBM“ wurde 2009 im Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry (80: 1344-1349) veröffentlicht.
Zur Person
Ingrid Muth, 1984 in Duderstadt geboren, hat in Göttingen Humanmedizin studiert und ihr Studium im Sommer dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen. Bereits seit Juni 2006 ist sie Mitglied der Arbeitsgruppe Muskelimmunbiologie von Privatdozent Dr. Jens Schmidt in der Abteilung Neurologie (Direktor: Prof. Dr. Mathias Bähr) der Universitätsmedizin Göttingen. Hier befasste sich Dr. Muth im Rahmen ihrer Doktorarbeit mit Grundlagenforschung zur Muskelerkrankung sIBM. Teile ihrer Forschungsarbeiten stellte sie bereits auf Kongressen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) 2007 und 2008 sowie der World Muscle Society (WMS) 2008 in Newcastle upon Tyne (Großbritannien) vor. Die Teilnahme an der WMS wurde ihr durch ein Stipendium der Stiftung Felgenhauer der DGN ermöglicht und ihr Beitrag mit dem Elsevier-Posterpreis ausgezeichnet. 2009 wurde der erste Teil ihrer Promotion in der international renom-mierten Fachzeitschrift Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry veröffentlicht Im Rahmen des Praktischen Jahres absolvierte Ingrid Muth einen achtwöchigen Aufenthalt an der Universität von Newcastle upon Tyne, um sich auch klinisch zum Schwerpunkt Muskelerkrankungen auf höchstem Niveau ausbilden zu lassen. Dieser Aufenthalt wurde durch ein weiteres Stipendium der Stiftung Felgenhauer der DGN ermöglicht.
Die Krankheit und die Forschung
An der so genannten sporadischen Einschlusskörpermyositis (sporadic Inclusion Body Myositis; sIBM) erkranken überwiegend Menschen im mittleren Lebensalter. Eine langsam fortschreitende Entzündung der Muskulatur schwächt die Muskeln an Armen und Beinen fortschreitend und lässt sie zunehmend schwinden. Die Erkrankten verlie-ren die Fähigkeit, einfache motorische Tätigkeiten auszuüben. Oft sind sie innerhalb einiger Jahre auf den Rollstuhl und fremde Hilfe angewiesen. Die Krankheitsursache und -entstehung der sIBM ist sehr komplex und nur unzureichend verstanden. Dies ist unter anderem ein Grund dafür, dass es bisher keine wirksame Behandlung gibt. Un-ter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Jens Schmidt befasst sich die Arbeitsgruppe Mus-kelimmunbiologie in der Abteilung Neurologie der Universitätsmedizin Göttingen ins-besondere mit der Forschung an entzündlichen Muskelerkrankungen, um ein besse-res Verständnis der Krankheitsentstehung und neue Therapiemöglichkeiten vor allem bei der sIBM zu erlangen.
(Quelle, Foto: Universitätsmedizin Göttingen (UMG), 26.08.2010)


