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Grenzüberschreitendes Forschungszentrum der JKU und der Südböhmischen Universität Budweis

Die Johannes Kepler Universität (JKU) Linz baut ihre seit 2007 bestehende Kooperation mit der Südböhmischen Universität Budweis (USB) im Bereich der Life Sciences weiter aus. Die beiden Universitäten richten ein gemeinsames Forschungszentrum mit überregionaler Bedeutung ein – das erste grenzüberschreitende naturwissenschaftliche Forschungszentrum zwischen Österreich und Tschechien. Untersucht wird der räumliche Aufbau von Biomolekülen und Materialien unter anderem mit dem Ziel, zukünftig „weiße Biotechnologie“ zu ermöglichen, also klassische chemische Verfahren durch biologische zu ersetzen, die nachhaltiger sind, weniger Energie verbrauchen und weniger CO2 erzeugen.

Im neuen Zentrum wird vor allem im Bereich der Life Sciences geforscht.
Im neuen Zentrum wird vor allem im Bereich der Life Sciences geforscht.

Die Umsetzung dieses Projekts wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms „Europäische territoriale Zusammenarbeit (ETZ) Österreich – Tschechische Republik 2007-2013“ unterstützt. Darüber hinaus startet kommendes Wintersemester das grenzüberschreitende englischsprachige Masterstudium "Biological Chemistry", das ebenfalls innerhalb dieses Programms von der Europäischen Union gefördert wird.

Das neue Forschungszentrum ist an der JKU lokalisiert, Wissenschafter, Doktoranden und Studierende der Masterstudien der USB werden die Infrastruktur mitnutzen. Geforscht wird vor allem in den Bereichen Life Sciences und Polymerchemie, genauer gesagt werden Moleküle und ihre Wirkungen atomgenau untersucht. „Ein Ziel der Forschung ist es, herkömmliche chemische Reaktionen durch nachhaltigere biologische Techniken zu ergänzen und ersetzen, um Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und Umweltbelastung zu reduzieren. Andererseits können neue Wirkstoffe und maßgeschneiderte Polymere entwickelt werden, deren Ausgangsmaterialien schon optimal auf den Endzweck ausgerichtet sind. Damit werden eine höhere Effizienz, leichtere Werkstoffe und damit wieder Energieersparnis gewährleistet“, sagt der Leiter des Projektes, Prof. Norbert Müller, Vorstand des Instituts für Organische Chemie der JKU. Er erwartet sich auch einen deutlichen Anstieg der internationalen Forschungskooperationen als Folge dieses Projektes. Um diese Untersuchungen durchführen zu können, wird ein magnetisches Kernresonanz (englisch: NMR)-Labor eingerichtet, dessen Magnet mehr als 400.000-mal stärker ist als das Magnetfeld der Erde.

Vom Forschungszentrum profitieren wird auch das neue grenzüberschreitende, englischsprachige Masterstudium Biologische Chemie, das gemeinsam von der JKU und der Südböhmischen Universität ab kommendem Wintersemester angeboten wird. Vom fünfsemestrigen Studium sind jeweils zwei Semester in Budweis und zwei in Linz zu absolvieren, die Masterarbeit kann wahlweise an einer der beiden Universitäten verfasst werden. Das neue Angebot steht allen Chemieabsolventen offen. Die Berufsaussichten sind wegen der interdisziplinären Ausbildung in Biologie und Chemie sowie der Erfahrung aus einem rein englischsprachigen Studium exzellent. Nach dem gleichen Prinzip wird von beiden Universitäten bereits seit 2007 sehr erfolgreich das grenzüberschreitende Bachelorstudium Biologische Chemie angeboten. Auch hier verbringen die Studierenden eine Hälfte der Studienzeit in Budweis, die andere in Linz. Das englischsprachige Studium wird nicht nur in der Region OÖ und Südböhmen, sondern auch zunehmend international angenommen, die Studierendenzahlen steigen stetig an. Heuer wurden die ersten zehn Bachelorarbeiten in Biologischer Chemie in Linz abgeschlossen.

(Quelle, Foto: JKU)

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