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Art in Motion - Kunst in Bewegung

Symposium an der KUG führt von 23.-24. Mai ExpertInnen aus den USA und Europa zusammen

MusikerInnen - InstrumentalistInnen und SängerInnen - werden nach ihrer Fähigkeit beurteilt, mit kreativen und genialen musikalischen Auftritten zu begeistern. Das Publikum erwartet von den Profis, genau und fehlerlos zu spielen und zu singen. Kaum ein Gedanke wird gewöhnlich daran verschwendet, dass dafür hochkomplizierte, über Jahre hinweg erlernte motorische Fähigkeiten nötig sind, die zudem im Moment des Auftritts perfekt umgesetzt werden müssen.

Das von Adina Mornell, Professorin am Institut für Musikpädagogik der Kunstuniversität Graz (KUG), organisierte Symposium "Art in Motion" führt von 23.-24. Mai 2008 in der Zweigstelle Reiterkaserne der KUG SpitzenforscherInnen - aus der Psychologie, der Sportwissenschaft, der Musikphysiologie und der Musik - aus den USA und Europa zusammen und bietet ihnen ein Austauschforum. Untersuchungsergebnisse werden präsentiert, aber auch gemeinsame Forschungsprojekte entwickelt.

Bis heute wurde wenig Forschung bezüglich des Zusammenwirkens von motorischem Lernen und den Leistungen von MusikerInnen betrieben, obwohl man sich intensiv mit der Verhaltensweise und der Wahrnehmung von anderen Gruppen wie AthletInnen, PilotInnen und SchachspielerInnen befasst hat. Warum? "Weil MusikerInnen gerne glauben würden, dass das Geheimnis Ihrer Kunst nicht das Objekt wissenschaftlicher Forschung sein kann; sie sind davon überzeugt, dass ihre Arbeit nicht objektiv studiert, quantifiziert oder erklärt werden kann", erklärt die Instrumentalpädagogin und Forscherin Adina Mornell. Der Begriff "motorisches Lernen" werde daher selten in Zusammenhang mit Kreativen benutzt, und eine empirische Annäherungsweise an die musikalischen Hochleistungen gewöhnlich als irrelevant abgetan und ignoriert - sogar von ausgebildeten Musiklehrenden.

Fächerübergreifend

WissenschaftlerInnen weltweit sind in der letzten Dekade dem menschlichem Lernen und Verhalten immer mehr auf die Spur gekommen. In den Neurowissenschaften, der Kinesiologie und der Musikpsychologie werden motorische Fähigkeiten erforscht, um optimale Trainingsstrategien zu entwickeln, Leistungen zu steigern und Gedächtnisinhalte abzusichern. "All dies sind Themen, die MusikerInnen und SportlerInnen gleichermaßen betreffen. Dennoch gibt es kaum Austausch zwischen diesen beiden Gruppen", bedauert Adina Mornell.

Das Symposium "Art in Motion" wird auf Englisch abgehalten und unter anderem durch einen Workshop und einen Jazzklavier-Soloabend des legendären amerikanischen Pianisten Walter Norris am 23. Mai im Grazer Minoritensaal abgerundet.

(Quelle: Kunstuniversität Graz, 13.05.08)