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Vom Abendland über Jazz bis zur Musik der Welt: Neues Studium Musikologie an zwei Grazer Universitäten bietet innovative Schwerpunkte

„Paukenschlag“ an der Kunstuniversität Graz und der Karl-Franzens-Universität: Erstmals in Österreich bieten eine Kunst- und eine Volluniversität gemeinsam ein Bakkalaureats- und Magisterstudium an. Im kommenden Herbst startet die Studienrichtung Musikologie, die die langjährige Zusammenarbeit im Bereich Musikwissenschaft nun als interuniversitäres Studium verankert und das bisherige Diplomstudium Musikwissenschaft ablöst.

„Es ist uns wichtig, die Ausbildung der Studierenden in allen Bereichen zu verbessern. Mit der Einrichtung des gemeinsamen Studiums Musikologie ist ein wesentlicher Schritt in diese Richtung gesetzt“, freuen sich die beiden Studien-Vizerektoren Georg Schulz (Kunstuniversität Graz) und Martin Polaschek (Karl-Franzens-Universität).

Nach einer breit gefächerten Einstiegsphase sieht das Studium, das Lehrveranstaltungen an beiden Universitäten umfasst, gegen Ende der sechssemestrigen Bakkalaureatsausbildung eine Spezialisierung vor, die sich im anschließenden Magisterstudium fortsetzt. Fünf Schwerpunktsetzungen (Module) werden angeboten, die besonders das spezifische Grazer Potenzial unter anderem in den Bereichen Jazzforschung und Musikethnologie (Ethnomusikologie) nutzen und so ein im deutschen Sprachraum einzigartiges Spektrum musikwissenschaftlicher Fachgebiete abdecken. Im Modul „Jazz & Popularmusik“ stehen Themen wie Jazz-Solopiano, Medienkunst in der Pop-Avantgarde oder einzelne Künstler wie Chick Corea, Miles Davis und Joe Zawinul sowie die breite Palette afro-amerikanischer Popmusikstile auf dem Programm. In den „Musikkulturen der Welt“ gibt es Einführungen in ausgewählte Musik aus aller Welt sowie eine Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der Globalisierung für die Entwicklung von Musikkulturen im Spannungsfeld von Tradition und Moderne. Aber auch angestammte Bereiche der Musikwissenschaft wie Historische und Systematische Musikwissenschaft kommen nicht zu kurz und stehen in den Modulen „Abendländische Musikkulturen“, „Musikpsychologie & Akustik“ sowie „Ästhetik & Gesellschaft“ zur Wahl.

Das viersemestrige Magisterstudium bietet die Möglichkeit, die im Bakkalaureatsstudium gewonnenen Kenntnisse fachlich zu vertiefen. Dabei konzentrieren sich die Studierenden auf zwei der genannten Module. Bei Vorliegen eines einschlägigen Bakkalaureatsabschlusses ist auch der direkte Einstieg in das Magisterstudium möglich. AbsolventInnen stehen unter anderem Berufe in der Forschung, in der Lehre, bei Musiksammlungen, in der Dramaturgie, im Bereich Medien, aber auch im Kulturmanagement offen. Eine Aufnahmeprüfung ist nicht vorgesehen. Erwünscht, aber keine Voraussetzung für die Zulassung, sind praktische musikalische Fähigkeiten wie etwa die Beherrschung eines Instruments.

(Quelle: Kunstuniversität Graz, 06.06.06)