FH JOANNEUM Kapfenberg: Nominierung zum Staatspreis für Ingenieurconsulting
Für die maßgeblichen Entwicklungsleistungen an einem Sensorsystem für veterinär-medizinische Zwecke wurde ein Mitarbeiter des Studienganges „Elektronik & Technologiemanagement“ der FH JOANNEUM vom Wirtschaftsministerium mit der Nominierung zum Staatspreis Ingenieurconsulting ausgezeichnet. Diese Auszeichnung steht für hervorragende, exportfähige Leistungen im Ingenieursektor.
Für die Consultingleistung bei der Entwicklung eines neuartigen Sensorsystems zur Überwachung des pH-Wertes im Magen von Rindern, Auftraggeber Firma smaXtec animal care sales GmbH, erhielt Wolfgang Stocksreiter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Studiengang „Elektronik & Technologiemanagement“ der FH JOANNEUM Kapfenberg vom Wirtschaftsministerium eine Auszeichnung zur Nominierung zum Staatspreis Consulting - Ingenieurconsulting.
Das neuartige Monitoringsystem erlaubt eine für das Tier absolut schonende und völlig risikofreie Überwachung des pH-Wertes im Rinderpansen. Bislang geschah dies durch Entnahme von Pansensaft durch Schlundsonden oder Rumenozentese. Diese Methoden sind mehr oder weniger ungenau und für das betroffene Tier sehr unangenehm. Da der pH-Wert starken tageszeitlichen Schwankungen unterliegt, ist eine oftmals nur einmal am Tag durchgeführte Probenentnahme nicht sehr aussagekräftig. Darüber hinaus sind diese Methoden zeit- und kostenaufwendig. Die durch dieses neuartige System gewonnenen Daten erlauben eine schnelle Anpassung des Kraftfutterbedarfs und helfen so, rechtzeitig der Übersäuerung vorzubeugen und damit lebensbedrohliche Erkrankungen der Tiere zu verhindern.
Die Datenübermittlung geschieht durch einen mikroprozessorgesteuerten Sensor, der pH-Wert und Temperatur über Funk an eine zentrale Basisstation weitergibt. Wolfgang Stocksreiter: „Der Sensor wird über das Maul dem Rind eingegeben und verbleibt im Pansen. Jedes Mal, wenn die Kuh an der zentralen Basisstation vorbeikommt, werden die aktuellen Daten übertragen. Die Auswertungen können über das Internet abgerufen werden.“ Der Sensor beeinträchtigt in keinem Fall die Gesundheit der Kühe. Dies wurde von der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft (DLG) geprüft und verifiziert.
Das Interesse an diesem Monitoringsystem ist weltweit sehr groß, da damit die Lebensqualität und folglich auch die Wirtschaftlichkeit bei der Rinderhaltung maßgeblich erhöht werden kann. In Europa ist das System zugelassen und im praktischen Einsatz. Die Markteinführungen in Australien und Russland stehen unmittelbar bevor.
Eine zehnköpfige Jury würdigte diese Leistung durch eine Nominierung zum Staatspreis Consulting 2011 – Ingenieurconsulting.
(Quelle: Fachhochschule Joanneum, 07.12.2011)


