Studiengang Medizin
Wer sich für ein Medizinstudium entscheidet, sollte sich über zwei Tatsachen im Klaren sein: Das Studium ist sehr zeit- und lernintensiv, und die Studienzulassung erfordert einen Numerus Clausus, also einen Notendurchschnitt der bei maximal 1,6 liegt. Wer eine Abiturnote über dem Numerus Clausus hat, kann noch durch Wartesemester, die zum Beispiel durch eine vorangegangene Ausbildung aufgelaufen sind, in den Studiengang Medizin - auch als Humanmedizin bezeichnet, aufgenommen werden.
Medizin kann an allen größeren deutschen Universitäten studiert werden. Zu den renommiertesten Hochschulzentren gehört dabei die Berliner Charité, die Universität Hamburg und die Universität Leipzig. Die Studiendauer beträgt bei Humanmedizin etwa 12 Semester, wobei in dieser Zeit das praktische Jahr mit eingeschlossen ist, das im letzten Jahr des Medizinstudium stattfindet. Es gliedert sich in drei Ausbildungsabschnitte, die jeweils 16 Wochen dauern und in einem medizinischen Institut absolviert werden müssen.
Zu den drei Teilen gehört das Arbeiten in der inneren Medizin, in der Chirurgie und in der Allgemeinmedizin. Anders als oft angenommen ist die Doktorarbeit, auch als Dissertation bezeichnet, kein Pflichtteil des Medizinstudiums. Sie kann nach Abschluss der Studiums noch zusätzlich geschrieben werden und befähigt bei der erfolgreichen Verteidigung und nach deren Veröffentlichung zum Tragen des akademischen Titels „Dr. med.“.
Insgesamt gliedert sich das Studium der Humanmedizin in zwei Hauptteile: den vorklinischen Teil und den klinischen Teil. Im vorklinischen Teil werden hauptsächlich theoretische medizinische Grundlagen vermittelt. Dazu gehört unter anderem das Studium der Anatomie, Molekularbiologie, Psychologie, Biochemie und Physik. Man sollte sich unbedingt darüber im Klaren sein, dass dieser Teil des Studiums einen enormen Arbeitsaufwand erfordert, denn es müssen insgesamt bis zu 14 Klausuren bestanden werden.
Im klinischen Teil wird dann aufbauend auf den vorklinischen Teil das medizinische und fachspezifische Wissen wie zum Beispiel zur Allgemeinmedizin, Arbeitsmedizin, Augenheilkunde oder Chirurgie vermittelt. Die beiden Teile werden mit einer komplexen ärztlichen Prüfung abgeschlossen, nach deren bestehen es weiter mit Famulatur, Praktischem Jahr und den abschließenden ärztlichen Prüfungen geht.
Das Medizinstudium ist bundesweit einheitlich strukturiert, und dessen Ablauf ist sogar gesetzlich geregelt. Die Approbationsordnung für Ärzte (ÄappO) aus dem Jahre 2002 hat die Studieninhalte, Studiendauer und Einteilung des Studiums verbindlich für alle Hochschule festgelegt.


