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Religionswissenschaft studieren

Götter, Geister und Dämonen – wer mit diesen Begriffen nichts anfangen kann oder ausschließlich Esoterik verbindet und dann erst recht nichts davon hören will, der weiß nicht das es Religionswissenschaft gibt und dass man sich diesen Begriffen durchaus wissenschaftlich widmen kann. Doch Religionswissenschaft bietet viel mehr.

Religionswissenschaft studieren

Auf der ganzen Welt wurden Kulturen und Gesellschaften von Religionen wie dem Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam, aber auch von einer Menge weiterer religiöser Bewegungen geprägt – und prägen sie bis heute. Doch zur gleichen Zeit üben auch Kultur und Gesellschaft auf die jeweilige(n) Religion(en) Einfluss aus.

Klaus Hock schreibt in seinem Buch über die „Einführung in die Religionswissenschaft“, dass Religionswissenschaft die empirische, historische und systematische Erforschung von Religion und Religionen ist. Sie soll verkürzt ausgedrückt, vergleichend, analytisch und wertneutral sein und die wechselseitigen Beziehungen von Gesellschaft, Kultur und Religion erforschen. Die Bandbreite der Religionswissenschaft ist vielfältig. Man beschäftigt sich mit Fragen der individuellen, gesellschaftlichen und politischen Bedeutung der Religion(en) in unterschiedlichen historischen und geografischen Kontexten, der geschichtlichen Entwicklung von Religionen, ihrer Unterschiedlichkeiten und Deutungsmodellen.

Das Studium der Religionswissenschaft befasst sich mit Religion(en) in Geschichte und Gegenwart. Dabei umfasst sie eine Vielzahl an Zugängen und kann religiöse Glaubens- und Handlungszeugnisse unter historischer, soziologischer, ethnologischer oder psychologischer Fragestellung untersuchen. Um religionswissenschaftlich arbeiten zu können wird Primär- und Sekundärliteratur herangezogen. Doch die Methoden empirischer Sozialforschung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Für die religionswissenschaftliche Arbeit ist eine persönliche Glaubensüberzeugung ohne Bedeutung. Englische Sprachkenntnisse sind Grundvoraussetzung für das Studium der Religionswissenschaft, denn etliche gute Texte zu Religion(en) sind in englischer Sprache. Weitere Fremdsprachkenntnisse können ebenfalls nie schaden.

Jede Fakultät hat auch einen bestimmten Schwerpunkt. Der Schwerpunkt der Religionswissenschaft an der Leibniz Universität Hannover ist die empirische Forschungen zur religiösen Gegenwartskultur in Europa, insbesondere zum Islam und zu neuen religiösen Bewegungen. In Marburg beispielsweise sind es neben einer gesicherten Ausbildung in Theorie und Methodik des Faches, die Geschichte und Gegenwart der Religionen Asiens und Europas.

Wer sich aber noch nicht ganz sicher ist, ob Religionswissenschaft das richtige Studienfach ist (denn häufig führen falsche Vorstellungen und Erwartungen nur verlorene Zeit und Studienfachwechsel mit sich) und ob der Studienort und die Universität passen, der kann neuerdings ein Selbsttest machen. Solch einen Test bietet gerade die Leibniz Universität Hannover an: http://www.ithrw.uni-hannover.de/selfassessmentrewi.html. Bei der Wahl des Studienfachs kann ein Selbsttest Orientierungshilfe und Sicherheit bieten. Er sollte die tatsächliche Entscheidung aber nicht beeinflussen.

Wer Religionswissenschaft studieren möchte, darf sich jedoch nicht der Illusion hingeben, damit später mal viel Geld zu verdienen. Wer das möchte, sollte lieber die Finger davon lassen. Wer sich aber ganz religiöser Fragestellungen jeglicher Art widmen möchte, der ist bei Religionswissenschaft gut aufgehoben.

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