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Forstwirtschaft an der Fachhochschule Göttingen

Der Unterschied zwischen Forstwissenschaft und Forstwirtschaft ist größer, als man glauben mag. Das Fachhochschul-Studium der Forstwirtschaft ist kürzer und wesentlich praxisorientierter ­ und hat somit anderes zu bieten als das Studium an der Universität.

Forstwirtschaft an der Fachhochschule Göttingen

Kern der vermittelten Inhalte ist auch hier das Ökosystem Wald. Dabei stehen drei Funktionen im Mittelpunkt, die die Studierenden ab dem ersten Semester begleiten: Nutzen, Schutz und Erholung. Man lernt also nicht nur, die Ressource Holz nachhaltig zu verwenden und zu vermarkten, sondern auch, wie der Wald gleichzeitig seine Rolle als ökologisch wertvoller Lebensraum behält. Die Funktion der Erholung rückt die nicht unwesentliche gesellschaftliche Bedeutung des Waldes in den Blickpunkt.

Dabei lernt man auch einiges, was sich mit den Inhalten des Studiums der Forstwisssenschaft an der Uni deckt. Die Grundlagen sind notwendig für ein im Schwerpunkt naturwissenschaftliches Studium: Botanik, Zoologie und Ökologie, Boden- und Klimakunde, Mathematik. Hinzu kommt auch hier das Basiswissen über Geoinformationssysteme und Verfahren der Kartierung und Erfassung von Landschaften.

In den höheren Semestern wird es fachspezifischer. Wald- und Umweltschutz stehen auf dem Lehrplan, Landschaftspflege und Wildtiermanagement. Der Nutzung des Waldes nähert man sich mit der klassischen Nutzung von Holz als Rohstoff als auch in Form seiner Möglichkeiten als Energieträger. Weiterhin beschäftigt man sich mit gesellschaftlichen Aspekten. Waldpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit repräsentieren die sozialen Funktionen des Waldes auf dem Lehrplan, mit denen man sich als moderner Forstexperte ebenfalls auseinandersetzt.

Das Studium der Forstwirtschaft an der Fachhochschule schließt nach sechs Semestern mit dem Bachelor of Science ab. Darin enthalten sind ein 12-wöchiges Praktikum und die Bachelor-Arbeit. Um zugelassen zu werden, benötigt man die Fachhochschulreife, das sogenannte Fach-Abitur.

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), die auch in Holzminden und Hildesheim sitzt, kooperiert mit Forstbetrieben, Industrie und Verbänden. Das unterstützt nicht nur den Anspruch des praktischen Bezugs, sondern ermöglicht den Studierenden auch, Kontakte für das spätere Berufsleben zu knüpfen.

Hat man den Bachelor in der Tasche, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die HAWK bietet auch Masterstudiengänge an, als Forstwirt könnte man sich zum Beispiel für das Studium "Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien" entscheiden. Startet man lieber ins Berufsleben, stehen einige Einsatzbereiche zur Auswahl. Das klassische Berufsbild des Försters, also des Leiters eines Forstreviers, entspricht der praktischen, "draußen-bezogenen" Struktur des Studiums. Die Arbeit in der holzverarbeitenden Industrie ist aber ebenso denkbar wie eine Anstellung in umweltpädagogischen Einrichtungen. Und auch Sachverständige im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege kommen häufig von der Fachhochschule.

Von Helge Dickau

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