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Sozialerhebung des DSW bestätigt: Studiengebühren sind selektiv

Erneut deckt die vorgestellte Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) Missstände im deutschen Hochschulsystem auf.

Wie in den vergangenen Jahren bestätigt die Sozialerhebung unter anderem, dass der Zugang zur Hochschulbildung in der BRD weiterhin sehr stark von der sozialen Herkunft des Einzelnen abhängt. Während von 100 AkademikerInnen-Kindern 71 ein Studium aufnehmen, so sind es von 100 Nicht-AkademikerInnen-Kindern gerade noch 24. Durch dieses Ergebnis wird die selektive Wirkung unseres Hochschulsystems noch einmal bekräftigt. Auf Grund der allgemeinen Hochschulmaut in sechs Bundesländern, von der fast 60 % aller Studierenden betroffen sind, werden Studierende aus „bildungsfernen“ und einkommensschwächeren Familien zusätzlich vor Zugangshürden gestellt.

„Bildung ist nicht nur für die da, die es sich leisten können! Im Gegensatz zu ihren KommilitonInnen sind Studierende aus „bildungsfernen“ und einkommensschwachen Familien in mehrfacher Hinsicht selektiven Mechanismen ausgesetzt. So müssen diese mehr jobben und nehmen zusätzlich häufiger ein Studiengebühren-Darlehen in Anspruch, um ihr Studium zu finanzieren“, kritisiert Christina Schrandt, Sprecherin des ABS. „Ein Großteil der StudiengebührenzahlerInnen gab sogar an, dass sie sich in einer finanziell angespannten Lage befinden.“

Auf Grund der wirkenden selektiven Mechanismen sind Studierenden nicht nur gezwungen viel zu jobben, sondern auch bei ihren regelmäßigen Ausgaben, insbesondere Miete, zu sparen. Alternativen Wohnformen gehören zunehmend der Vergangenheit an, so wohnen Studierenden aus „bildungsfernen“ und einkommensschwachen Familien entweder bei ihren Eltern oder im Studentenwohnheim.

„Von einer „Bildungsrepublik“ kann in Deutschland nicht gesprochen werden!“ so Alexander Lang, ebenfalls Sprecher des ABS. „Während in der BRD alles dafür getan wird, dass die soziale Selektion zu erhalten und zu manifestiert, herrscht in anderen Ländern Europas generelle Gebührenfreiheit in der Hochschulbildung. So erhalten 80 % aller finnischen Studierenden eine staatliche Förderung, um ihren Lebensunterhalt und das Studium abzusichern. “

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Sozialerhebung des DSW fordert das ABS entschiedener denn je eine allgemeine Gebührenfreiheit an allen Hochschulen und ruft zu bundesweiten Protesten gegen Bildungsgebühren auf.

(Quelle: ABS, 23.04.2010)

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