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Argumente gegen Nachgelagerte Gebuehren

Neue Broschuere der ABS-Schriftenreihe heute erschienen

Nachgelagerte Studiengebuehren. Ein scheinbar neues Phaenomen. Sind sie doch erst in den letzten Wochen als Kompromiss aus den Koalitionsverhandlungen zwischen Schwarz-Gruen in Hamburg hervorgegangen. Blickt man jedoch ueber die nationalen Grenzen hinaus, so muss man feststellen, dass die Geschichte dieses Gebuehrenmodells deutlich aelter ist. In Australien beispielsweise werden bereits seit 1989 Studiengebuehren fuer bestimmte Studienplaetze nachgelagert erhoben. Auch in Deutschland wurde Ende der Neunziger Jahre und zu Beginn dieses Jahrtausends ueber die Einfuehrung eines solches Modells nachgedacht. Anders als in Australien, entschieden sich die Landesregierungen der heutigen Gebuehrenlaender jedoch dafuer, die Gebuehren waehrend des Studiums zu erheben.

Letztendlich ist der Unterschied zwischen den aktuellen praktizierten Modelle und dem der nachgelagerten Studiengebuehren minimal, macht Andre Schnepper vom Aktionsbuendnis gegen Studiengebuehren und Mitherausgeber der Broschuere deutlich. Die Verschuldung nach dem Studium bleibt die gleiche. Ebenso die Verschuldungsangst der Menschen aus einkommensschwaecheren Schichten und somit die Abschreckungseffekte der Gebuehren. In beiden Faellen werden Menschen aus finanzschwaecherem Elternhaus am Ende ihres Studiums deutlich mehr fuer ihr Studium bezahlen muessen als ihre KommilitonInnen aus finanziell bessergestellten Schichten.

Doch nicht nur die Erfahrungen aus Australien sind Thema der neuen Broschuere der ABS-Schriftenreihe. Auch das derzeitige System der staatlichen und privaten Studienfinanzierung steht im Mittelpunkt der neuen Publikation, die sich nahtlos an die bisherigen Veroeffentlichung des Aktionsbuendnisses (u.a. Argumente gegen Studiengebuehren, Gebuehren fuer Langzeit-StudentInnen?) anschliesst.

Die Einfuehrung von Studiengebuehren geht einher mit der schleichenden Aushoehlung des BAfoeG, so Rene Held, gleichfalls vom ABS. Dieser Entwicklung tragen wir mit dieser Broschuere insofern Rechnung, als dass wir die Nachteile der neu eingefuehrten KfW-Studienkredite und der privaten Angebot zur Studienfinanzierung aufzeigen.

Neben einer Kritik der aktuellen Situation der Bildungsfinanzierung, stellen die AutorInnen jedoch auch eigene Thesen fuer eine gerechte Studienfinanzierung vor, die auf Gebuehren in jedweder Form verzichtet.

Kreditfinanzierung im Bildungssystem ist angesichts der hohen Verschuldung nach dem Studium eindeutig abzulehnen, fasst Schnepper den Tenor der Broschuere zusammen. Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss staatlich finanziert werden. Vor diesem Hintergrund sind auch Studiengebuehren in nachgelagerter Form eindeutig abzulehnen.

Die Broschuere kann ab sofort unter www.abs-bund.de/material bestellt werden. Sie richtet sich sowohl an alle Hochschulpolitischen Akteure als auch an interessierte Buergerinnen und Buerger. Bei Fragen zur Broschuere steht Ihnen die ABS-Geschaeftsfuehrung gerne jederzeit zur Verfuegung.

(Quelle: Aktionsbündnis gegen Studiengebühren, 14.04.2008)

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