Auslandsmobilität von Studierenden: Finanzierung verbessern
Deutsches Studentenwerk (DSW) fordert Ausbau des Auslands-BAföG und bedarfsdeckende ERASMUS-Förderung / Heute Fachgespräch im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung / DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde: „Ohne verbesserte Finanzierung werden Bologna-Mobilitätsziele nicht erreicht“ / Seit 2000 „anhaltende Stagnation“ bei der Auslandsmobilität / Mobilität abhängig von sozialer Herkunft der Studierenden
Das Deutsche Studentenwerk (DSW) fordert zusätzliche Mittel auf europäischer und auf nationaler Ebene, um die Auslandsmobilität der Studierenden zu erhöhen. DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde erklärte heute bei einem Fachgespräch im Deutschen Bundestag: „Die Finanzierung des Auslandsstudiums muss verbessert werden, sonst werden die Bologna-Mobilitätsziele nicht erreicht, und die Auslandsmobilität bleibt weiterhin abhängig von der sozialen Herkunft.“
Konkret soll das Auslands-BAföG „bedarfsdeckend“ ausgebaut und allgemein die Mitnahmefähigkeit der Studienfinanzierung für die Studierenden verbessert werden. Die Förderung durch das Auslands-BAföG zum Beispiel ist derzeit nur in Ländern der Europäischen Union und der Schweiz uneingeschränkt möglich. „Das Auslands-BAföG muss in Zukunft aber in alle 47 Bologna-Staaten mitnahmefähig sein“, fordert Meyer auf der Heyde.
Kritik übt das Deutsche Studentenwerk auch am Programmentwurf „Erasmus für alle“ der EU-Kommission. Darin sind für Master-Studierende ab 2014 nur noch Kreditbürgschaften vorgesehen – statt eines Stipendiums, wie für Bachelor-Studierende. „Das ist aus unserer Sicht mobilitätsfeindlich, gerade für Studierende aus einkommensschwächeren Familien“, moniert Meyer auf der Heyde.
Die Auslandsmobilität der Studierenden hänge noch immer stark von deren sozialer Herkunft ab, erläutert der DSW-Generalsekretär. „Studierende aus hochschulnahen, einkommensstarken Haushalten sind mobiler als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aus einkommensschwächeren Familien. BAföG-Geförderte gehen seltener ins Ausland als Studierende, die sich einen Auslandsaufenthalt eher leisten können.“
Das Deutsche Studentenwerk zieht aus den bisher vorliegenden Studien zur Auslandsmobilität den Schluss, dass seit dem Jahr 2000 „praktisch kein Wachstum“ mehr stattgefunden habe, wie es in einer Stellungnahme heißt. Diese „anhaltende Stagnation“ bei der Auslandsmobilität stehe in Widerspruch zu den Mobilitätszielen, wie sie Bologna-Staaten formuliert haben.
Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags führt heute ein öffentliches Fachgespräch durch zum Thema „Entwicklung der Auslandsmobilität deutscher Studierender“.
(Quelle: Deutsches Studentenwerk, 14.12.2011)


