Hochschulprofilierung und Studentenwerke
Gemeinsames Symposium von Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und Deutschem Studentenwerk (DSW) in Berlin eben zu Ende / Mehr als 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer / DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde: „Studentenwerke unterstützen Hochschulen bei Profilierung“
Hochschulen können ihre unterschiedlichen Profile nur mit Hilfe der Studentenwerke umsetzen. Zu diesem Ergebnis kam das Symposium „Hochschulprofilierung und Studentenwerke“, ein gemeinsames Symposium von Deutschem Studentenwerk (DSW) und Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), am 29. und 30. November 2011 in Berlin. Die Veranstaltung hatte mehr als 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hochschulen und Studentenwerken.
Die Studentenwerke stellen traditionell zahlreiche unterstützende und flankierende Angebote für Studierende bereit, etwa Hochschulgastronomie, studentisches Wohnen, Studienfinanzierung, Beratung. Über zusätzliche Leistungen und individuelle Ausgestaltungen, etwa längere Öffnungszeiten, können und wollen Studentenwerke in Zukunft verstärkt aber auch als Partner der Hochschulen unterschiedliche Hochschulstrategien und -profile unterstützen.
Der Erfolg der akademischen Angebote der Hochschulen hängt immer mehr auch von der Servicekultur und der Gestaltung einer ‚Lebenswelt Hochschule‘ ab. Eine Hochschule, die zum Beispiel um berufstätige Weiterbildungsstudierende wirbt, muss in Absprache mit dem Studentenwerk auch sicherstellen, dass abends und am Wochenende Verpflegungsangebote vorhanden sind oder dass kurzzeitige Übernachtungsmöglichkeiten existieren. Setzt eine Hochschule stark auf internationale Studierende, müssen zentrale mehrsprachige Anlaufstellen zur Verfügung stehen aber auch ausreichend Wohnheimkontingente freigehalten werden.
Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des DSW, betont: „Studentenwerke gehen auch bei hochschulübergreifender Struktur flexibel auf die Wünsche der Hochschulen ein – dazu müssen diese aber klar definiert und kommuniziert werden. Und nicht alle Anforderungen lassen sich ohne Zusatzkosten realisieren.“
Hochschulen beziehen zunehmend nichtakademische Bereiche in ihre Profilierung ein. Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE: „Die ‚Lebenswelt Hochschule‘ beschränkt sich nicht allein auf den Hörsaal – das Gesamtbild ist entscheidend für Studieninteressierte. Und in allen Bereichen sollte eine Serviceorientierung erkennbar sein, die ein Willkommenssignal aussendet.“
Verschiedene Erfolgsfaktoren für die Praxis der alltäglichen Kooperation konnten identifiziert werden: Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Studentenwerken kann, so zeigten verschiedene Impulse auf der Tagung, verstetigt und intensiviert werden, wenn die verantwortlichen Ansprechpartner einen kontinuierlichen Austausch pflegen und eine rechtzeitige Einbeziehung der Studentenwerke in hochschulische Strategieprozesse geübt wird. Am Beispiel der Bucerius Law School, einer privaten Hochschule, wurde die Möglichkeit illustriert, über Vertragsbeziehungen gegenseitige Rechte und Pflichten festhalten. Das Beispiel des Campus-Büros Uni mit Kind als übergreifende Einrichtung der TU Dresden und des Studentenwerks Dresden macht deutlich, dass über Service- und Beratungsangebote für spezielle Zielgruppen neue Formen der Zusammenarbeit erprobt werden und alle Abgrenzu ngen überwunden werden.
Die Themenblöcke der Tagung wurden von einer studentischen Jury kommentiert, die für jedes Panel aus studentischer Perspektive besonders unterstützenswerte oder diskussionswürdige Aspekte kommentierte.
(Quelle: Deutsches Studentenwerk, 30.11.2011)


