Studentenalltag in der Mangel
Morgens kaum aus dem Bett, die Kleidung rasch übergestriffen, gibt’s erstmal ’nen Kaffee-to-Go beim Bäcker ums Eck. Dazu noch ein Croissant auf die Schnelle und ab geht’s zur Uni. Für ein gemütliches Frühstück bleibt keine Zeit. Mittags stehen der 1 € Burger vom Fastfooder, oder die gute alte Pommes auf dem Speiseplan. Nicht zu vergessen der Schokoriegel zwischendurch. Zu guter letzt hält man dann abends schon die Nummer des Pizza-Services oder Chinesen bereit und wem dies zu teuer ist, greift lieber auf die Discountpizza aus der Tiefkühltruhe zurück.
Kurzum: Wenig Grünzeug, viel fettiges Fastfood und ungeregelte Essenszeiten.
So ungesund ernähren sich viele Studenten und das nicht nur während der stressigen Prüfungszeit. Kochen und gemütliches Essen mit Freunden sind zeitlich nicht drin. Nur einer von zwanzig Studenten isst zudem mehrmals am Tag Gemüse oder Obst.
Dies ist kein Wunder. Denn die langen mit Vorlesungen voll gepackten Tage und das stundenlange Stöbern in der Bibliothek sind nicht unbedingt förderlich für einen gesunden Lebensstil mit regelmäßigen und vollwertigen Mahlzeiten. Dabei steht gerade für Studenten, die mit langen Prüfungen und ermüdenden Vorlesungen konfrontiert werden, die geistige Leistungsfähigkeit an oberster Stelle.
Der Marburger Medizinpsychologe Heinz-Dieter Basler untersuchte in einer repräsentativen Studie mit mehr als 1300 Marburger-Erstsemestern die Lebens und Ernährungsgewohnheiten von Studenten.
Das Ergebnis:
Zu viel Alkohol, zu viel Zigaretten, mangelnde Bewegung und viel zu wenig Obst und Gemüse.
62 Prozent der Befragten entpuppten sich als regelmäßige Über-den-Durst-Trinker, ein knappes Drittel bekannte sich als Raucher. Nur zwei von fünf Studenten bzw. Studentinnen entschärften die Statistik, indem sie angaben, mehrmals pro Woche etwas Sport zu treiben. Das Highlight boten die absolut unterbesetzten 2 %, für die es selbstverständlich ist, mehrmals am Tag Obst oder Gemüse zu verzehren.
Fakt ist: Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehmen die Risikofaktoren für die Gesundheit erheblich zu. Hinzu kommt, dass nicht nur die Menge der konsumierten Genussmittel sondern vor allem die meist schlechte Kombination mit Ernährungs- und Lebensgewohnheiten beunruhigend ist. Alkohol, gesüßte Getränke und Süßigkeiten lassen den Blutzuckerspiegel genauso rasch ansteigen, wie er auch wieder abfällt. Konzentrationsschwierigkeiten, Nervosität, Unruhe und Heißhunger sind die Folge.


