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Kein Studienplatz – was nun?

Angesichts der Vielzahl der Bewerbungen auf einen Studienplatz, stellen abgelehnte Studienaspiranten keine Seltenheit dar. Selten sind hingegen die Personen, die damit sofort richtig umgehen und sich bereits Gedanken darüber gemacht haben, wie sie die zukünftige Zeit sinnvoll nutzen können. Wichtig ist es sich frühzeitig zu informieren, welche Alternativen es zum gewünschten Studienplatz gibt. Ob Jobben, Auslandaufenthalt oder Praktika – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Kein Studienplatz – was nun?

„Betreff: Ablehnungsbescheid“ „Sehr geehrte Frau X., leider müssen wir Ihnen mitteilen…“ Dienstag 21.August, 10:00 Uhr: Immer wieder starre ich auf die schwarzen verhängnisvollen Worte – nüchtern aneinandergereiht in bürokratischen Times New Roman Lettern. Ich stelle mir die Sekretärin vor, wie sie seelenruhig meinen Namen in die dafür vorgesehene Spalte einträgt. Mein Name einer unter Vielen… Wie lange hatte ich auf diesen Bescheid gewartet, wie sehr hatte ich gehofft und gebangt – alles vergebens. Wie soll es nur weitergehen? Dabei ist mit einem Ablehnungsbescheid der Studienplatz noch nicht verloren: Im Nachrück- bzw. Losverfahren erhalten viele Teilnehmer noch den gewünschten Studienplatz, denn auch Studienanwärter mit einem sehr guten Notendurchschnitt bewerben sich zumeist an mehreren Hochschulen und erhalten somit auch vielerorts Zusagen. Dennoch müssen sie sich für einen Platz entscheiden und die restlichen Angebote ablehnen, welche dann – zumeist in mehreren Anläufen – von den Hochschulen erneut verteilt werden. Demnach sollte man sich nach Erhalt eines Ablehnungsbescheids als erstes bei den Hochschulen rückmelden, um beim erneuten Verteilverfahren seine Chancen auf den gewünschten Studienplatz zu wahren. Darauf sollte allerdings nicht blind vertraut werden. Viel wichtiger ist es, eine Alternative zu den gewünschten Hochschulen zu finden. So ist es sehr sinnvoll sich darüber zu informieren, ob das Studienfach vielleicht an einer anderen Hochschule zulassungsfrei angeboten wird. Außerdem sollte man sich mit den Studiensekretariaten der betreffenden Städte in Verbindung setzen, um zu erfahren, ob es überhaupt sinnvoll ist, Wartezeit zu sammeln. Sind sehr viele Wartesemester wahrscheinlich, sollte man an die Alternative Ausbildung denken oder sich überlegen im Ausland zu studieren , so sind zum Beispiel alle Studiengänge in den Niederlanden und Ungarn NC-frei. Viele Medizinanwärter gehen zum Beispiel an die private Hochschule in Ungarn, allerdings ist dieser Studiengang im Gegensatz zu den niederländischen kostenpflichtig. Falls das Studiensekretariat fast garantieren kann, dass eine Aufnahme zum Sommersemester sicher ist, sollte auch über einen Quereinstieg nachgedacht werden. Oftmals müssen allerdings ein oder zwei Semester überbrückt werden, wozu sich vor allem berufsvorbereitende Praktika eignen. Es lässt sich nicht nur feststellen, ob der gewünschte Beruf wirklich den Vorstellungen entspricht, sondern es können eventuell sogar bereits Kontakte mit der Arbeitswelt geknüpft werden. Dazu erlangt man durch ein Praktikum gewisse Fähigkeiten, die sich spätestens in der Arbeitswelt bezahlt machen. Praktika dienen nicht nur als Referenz im Lebenslauf, sondern ein einjähriges Praktikum ist manchmal auch eine Zugangsvoraussetzungen für bestimmte Hochschulen, so verlangt zum Beispiel die Fachhochschule Münster ein einjähriges Praktikum für die Bewerbung des Studienganges ‚Soziale Arbeit’. Auch wenn die Absagen der Universitäten die Bewerbungsfrist für ein ‚ Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr ’ zumeist überschreiten, lohnt es sich dennoch über diese Alternative nachzudenken. Einige Arbeitgeber bieten die Stellen erst zum September an, somit lassen sich im Internet noch einige ‚Restposten’ finden. Neben einem kleinen Verdienst, eventueller unentgeltlicher Verpflegung und Unterkunft, kann man mit einer pädagogisch wertvollen Aufgabe rechnen und seinen Horizont erweitern. Welche der Alternativen am besten ist, lässt sich nicht generell beantworten. Auf jeden Fall spielt der angestrebte Studiengang eine entscheidende Rolle. Möchte man Sprachen studieren, sollte man einen Auslandsaufenthalt in Erwägung ziehen. Oftmals kann man sich auch noch kurzfristig als Au pair bewerben. Dabei sind die möglichen Zeiträume verschieden lang. Eine Alternative ist auch ein drei- oder sechsmonatiger Aufenthalt im Ausland , die restliche Zeit kann dann zum Jobben genutzt werden, um Geld für das anstehende Studium zu verdienen. Generell kann man sagen, dass Jobben – gerade im Zeitalter der Studiengebühren – für den Lebenslauf kein Manko darstellt, solange sich der Zeitraum im Rahmen hält. So sollte man zwei Semester nicht unbedingt überschreiten bzw. berufsorientierte Praktika phasenweise einschieben. Letztlich ist eine Absage zwar immer ein negatives Erlebnis. Aber wenn man diese Zeit sinnvoll überbrückt, kann sich diese Wartezeit im Nachhinein durchaus als positiv erweisen. Denn „Wer sein Glück nicht sucht, der versäumt es…“ Von Anja Bossmeyer

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