"Uni Wortwechsel" – die erste studentische Buchmesse
Studenten der Literaturwissenschaften haben großes Glück: Sie können ihre Sommertage auf der Campuswiese oder im Park verbringen und einen spannenden Roman lesen – für die Uni, versteht sich. Die Passion für die Literatur hat auch die Germanistikstudentin Yala Pierenkemper für sich entdeckt und wollte diese mit anderen Studenten teilen. Sie organisierte die erste studentische Buchmesse überhaupt. Das Konzept von "Uni Wortwechsel": das bieten, was Studenten wirklich lesen wollen.
Yala kam die Idee für "Uni Wortwechsel", als sie selbst auf einer großen deutschen Buchmesse war. „Mir viel auf, dass Studenten dort nicht hin fanden, weil die Messe nicht auf sie ausgerichtet war“, erklärt die Germanistikstudentin. Viele Studenten wüssten nicht einmal, was ihre eigenen Dozenten publizieren. So entschloss die 27-Jährige kurzerhand eine eigene Messe zu organisieren, deren Rahmenprogramm gezielt ein studentisches Publikum ansprechen sollte. Daraufhin verbrachte sie, zusammen mit einem sechsköpfigen Team von Studenten und der Hilfe der philosophischen Fakultät der Uni Hannover, über ein halbes Jahr damit, Verlage für die Messe zu werben. Der Aufwand hat sich gelohnt. Über vierzig Verlage, darunter so bekannte Namen wie Rowohlt, Suhrkamp und UTB, waren auf der Messe vertreten.
Buchstand der Messe (Foto von David Pocoszewski)
Der Titel "Uni Wortwechsel" stellte dabei das Konzept dar, welches die studentische Buchmesse von anderen Buchmessen unterscheiden sollte. Nicht frontale Präsentation der Verlage und eine Konsumentenstellung der Besucher, sondern der Dialog zwischen beiden Seiten sollte im Mittelpunkt stehen.
Am 14. Juli fand die Messe, deren Eintritt frei war, schließlich im Lichthof der Leibniz Universität Hannover statt. Schirmherrin der Messe war die deutschlandweit bekannte Autorin Alexa Hennig von Lange, die am Abend aus ihrem neuen Roman „Risiko“ las. Weitere Schriftsteller der Messe waren der Berliner Rap-Poet Bas Böttcher und der für den Ingeborg Bachmann Preis nominierte Jörg Albrecht. Außerdem waren viele Autoren aus Hannover und Umgebung vertreten. Das Rahmenprogramm war damit breit gefächert und hatte für jeden etwas zu bieten. Die Verlage stellten auf der Messe hauptsächlich Sachbücher, aber auch Belletristik vor.
Alexa Hennig von Lange (Foto von Achim Eckhardt)
Leider machte das gute Wetter (der erste Sonnentag nach wochenlangem Regen) den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Von den erwarteten 1000 Besuchern erschienen nur gut 400 - darunter hauptsächlich Studenten, aber auch einige Dozenten und private Besucher. Yala Pierenkemper handelte spontan und verlegte alle Veranstaltungen auf die Sonnenbühne ins Freie, so dass die Besucher die literarische Unterhaltung zusammen mit der Sonne genießen konnten.
Lichthof Uni Hannover (Foto von Darius Poroszewski)
Yala ist mit dem Verlauf der Messe insgesamt sehr zufrieden. „Wir haben ein gutes Feedback bekommen – von den Verlagen und den Besuchern“, sagt sie. Die Verlage, die zwar von der geringen Besucherzahl enttäuscht gewesen waren, sprachen der Studentin jedoch ein großes Lob für die gut gelungene Planung und Ausführung der Messe aus. Der gewünschte interaktive Austausch zwischen Studenten und Verlegern habe auch stattgefunden. „Es gab einige interessante Gespräche“, erzählt die Studentin, die für das nächste Jahr eine Folgemesse plant. Dafür möchte sie jedoch einen günstigeren Termin finden. „Am besten im Frühjahr und noch während der Vorlesungszeit,“ erklärt sie, „denn so sind mehr Studenten vor Ort um die Messe zu besuchen.“
Doch momentan macht sie erst einmal eine Pause von "Uni Wortwechsel" um sich wieder auf ihr Studium zu konzentrieren. Nach ihrem Abschluss möchte die Studentin gerne in das Verlagswesen einsteigen, doch zuerst muss sie in wenigen Wochen ihre Magisterarbeit abgeben. Stellenboersen.de wünscht ihr dabei viel Erfolg!
Von Sarah Czuratis


