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Teil 7: Das Finale... - Worauf es sich bei der Bewerbung um eine Doktorarbeit zu achten lohnt

Welcher Doktorand sehnt nicht ab und zu den Moment herbei, in dem er seine Dissertation einreicht: ‚… dann werde ich endlich frei und glücklich sein!’. Doch die Realität macht nicht wenigen, die es bis in dieses Stadium geschafft haben, einen Strich durch diese Rechnung.

Teil 7: Das Finale... - Worauf es sich bei der Bewerbung um eine Doktorarbeit zu achten lohnt

Christina musste nach Abgabe ihrer Arbeit bei ihrem Doktorvater fünf Semester auf ihre Einladung zum Rigorosum warten – kein Einzelfall. Zwar war sie mit seiner Betreuung während der Erstellung ihrer Arbeit rundherum zufrieden, doch ließ sich ihr Professor sehr viel Zeit, ihre vorläufige Endfassung zu prüfen und äußerte noch viele Änderungswünsche. Eine solche Abgabe der Dissertation beim Doktorvater ist zu unterscheiden von der Einreichung der Arbeit im Dekanat, mit welcher das Promotionsverfahren offiziell eröffnet wird. Ab diesem Moment ist der weitere Ablauf in der Promotionsordnung geregelt. Für die folgende Erstellung der Gutachten (die Vergabe der schriftlichen Noten) existiert in den meisten Fakultäten ein strenger Zeitplan.

Doch auch dieser Zeitplan wird nicht konsequent eingehalten, wie Gilbert zu berichten weiß. In seiner Fakultät war es üblich, dass die Doktoranden etwa drei bis fünf Monate nach der Abgabe ihrer Dissertation im Dekanat zur Disputations-Prüfung geladen wurden. Als Gilbert nach acht Monaten noch immer keine Einladung hatte, tat er etwas, das eigentlich untersagt ist: nachhaken. Es stellte sich heraus, dass sich die drei Gutachter bislang einfach nicht auf einen Prüfungstermin einigen konnten.

Ulrikes Problem war ganz anderer Natur: Um ihre Arbeit im Dekanat einreichen zu können, benötigte sie die Unterschrift ihres Doktorvaters auf dem zugehörigen Formular. Als sie dieses endlich in den Händen hielt, dachte sie wirklich, dass sie – abgesehen von der Disputation – praktisch fertig sei. Doch das erwies sich als Illusion. Wenige Tage nachdem Ulrike ihre Dissertation im Dekanat abgegeben hatte, widerrief ihr Doktorvater plötzlich per Email seine Unterschrift und wünschte doch noch ein paar marginale Änderungen. Was Ulrike übrigens noch mehr verwunderte, war, dass so etwas laut der älteren Mitarbeiter des Dekanats kein Einzelfall sei.

Mouneers Professor hatte verbindlich der Abgabe seiner Dissertation im Dekanat zugestimmt, doch Mouneer kam noch eine vermeintlich gute Idee, die er unbedingt noch einarbeiten musste. Leider legte er diese endgültige Fassung nicht noch einmal seinem Doktorvater vor – seine ‚gute’ Idee beinhaltete einen logischen Fehler. Die Gutachter konnten nur die Version bewerten, die ihnen vorlag und somit brachte Mouneers perfektionistisches Streben ihn letztendlich um das ‚summa cum laude’, das sein Doktorvater ihm ursprünglich geben wollte.

Beim Promovieren können also bis zur letzten Sekunde unvorhersehbare Probleme auftauchen, die alle Pläne wieder umwerfen. Das Doktorandenleben ist, genau wie das Leben außerhalb des ‚Elfenbeinturms’, vollkommen unvorhersehbar. Man kann genauso viel Glück oder Pech haben wie in allen anderen Lebensbereichen – auch das sollte man sich bereits bei der Bewerbung um eine Doktorarbeit bewusst machen.

Von Steffen Schneider

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