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Teil 5: Dissertationsthema - Worauf es sich bei der Bewerbung um eine Doktorarbeit zu achten lohnt...

Natürlich ist es wichtig, ein Dissertationsthema zu wählen, das einen interessiert und für das man das erforderliche Verständnis bzw. Talent mitbringt – dieses Thema wird für eine lange Zeit eine zentrale Rolle im Leben spielen. Je nach Fachgebiet gibt es neben Literaturarbeiten vor allem empirische und experimentelle Arbeiten. Mit jeder Art sind Vor- und Nachteile verbunden, die man sich gut überlegen sollte.

Teil 5: Dissertationsthema - Worauf es sich bei der Bewerbung um eine Doktorarbeit zu achten lohnt...

Medizinstudentin Hakima entschied sich in ihrer ersten Arbeit für ein experimentelles Thema. Sie investierte viel Zeit in die Versuche und sammelte die Messergebnisse zunächst nur. Erst nach fast zwei Jahren fing sie mit deren Auswertung an, wobei sie feststellen musste, dass die entwickelte Messeinrichtung nicht den geplanten Blutwert analysierte, sondern einen zweiten. Dieser hing eng mit dem gewünschten Blutwert zusammen, darum fiel ihr die kontinuierliche Fehlmessung nicht sofort auf. Doch für diesen zweiten Wert gab es bereits unkomplizierte, kostengünstige Messmethoden. Hakimas Messeinrichtung brauchte niemand mehr und ihr Betreuer brach weitere Messungen und damit ihre gesamte Arbeit sofort ab.

Florian hingegen konnte die gewünschten Zellbestandteile wie geplant nachweisen. Doch auch sein Verhängnis war, dass er sich erst spät zum Zusammenschreiben seiner Ergebnisse durchringen konnte. Mehr als 2/3 hatte Florian schon fertiggestellt, als ihm plötzlich sein Betreuer ganz aufgeregt eine Publikation in einem Fachjournal zeigte. Eine Gruppe Wissenschaftler hatte kurz zuvor am anderen Ende der Welt die gleichen Zellbestandteile bei der gleichen Versuchstier-Rasse am gleichen Organ nachgewiesen. Auch Florians Anstrengungen erwiesen sich damit als vergeblich.

Studien haben demgegenüber den Vorteil, dass sie einmalige Gruppen untersuchen. Die deutschen Testpersonen könnten z. B. denen der brasilianischen Publikation vergleichbar sein oder die aktuell Rekrutierten sind eben anders als die, die vor 20 Jahren teilnahmen. Doch ein sicher Weg zum Ziel sind auch empirische Arbeiten nicht. Die Studie, deren Ergebnisse Tina im Rahmen ihrer Dissertation auswerten wollte, musste zum Beispiel aufgrund eines plötzlichen finanziellen Engpasses eingestellt werden. „Das war eben Schicksal“, ist Tina klar, „ärgerlich fand ich nur, dass mein Betreuer schon einige Wochen früher davon wusste, aber mir ständig auswich und mich sinnlos weiterarbeiten ließ. Erst die Tierärztin, die die Versuchstiere meiner Mitdoktoranden betreute, sagte es mir, was los ist.“

Wenn einem so etwas passiert, ist das natürlich erstmal unschön, doch es ist kein Untergang. Doktorandin Katharina rät allen Leidensgenossen, erstmal beim Betreuer nachzufragen, ob man nicht doch noch irgendetwas aus dem Thema machen kann. Manchmal lässt sich der theoretische Teil zu einer Literaturarbeit ausdehnen. Oder es lassen sich Berechnungen und experimentelle Teile gegen andere austauschen, wodurch quasi der Themenschwerpunkt verschoben wird. Zur Not fällt dem Professor bestimmt noch ein anderes (kleines, schnelles) Ersatzthema ein. Das wirkt sich natürlich auf die Doktornote aus, aber letztendlich zählt in den meisten Fachgebieten nur, ob der Titel vorhanden ist oder nicht.

von Steffen Schneider

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