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Die PISA-Studie 2001 - ein Überblick

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Die PISA-Studie 2001, in der schulische Leistungen international verglichen wurden, hat in Deutschland zunächst für erhebliche Irritationen gesorgt, dann zu vielfältigen Diskussionen geführt.

Hauptstreitpunkt: wo liegen die Schwächen des deutschen Bildungssystems und wie kann es im internationalen Vergleich verbessert werden? Die PISA-Studie und die PISA-Ergänzungsstudie liefern der Bildungspolitik und der Schulpraxis wichtige Grundlagen und Impulse, um das deutsche Bildungswesen zu verbessern.

Für die PISA-Studie (PISA = Programme for International Student Assessment) wurden von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) weltweit mehr als 260.000 im Alter von 15 Jahren aus 32 Ländern getestet - darunter auch rund 10.000 Deutsche. Geprüft wurden die Bereiche Lesekompetenz, mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung. Bei der "größten Bildungsstudie aller Zeiten" - so PISA-Koordinator Andreas Schleicher - ging es nicht um die Abfrage von Wissen, sondern darum, wie effektiv die Schüler ihr erworbenes Wissen anwenden können.

Ergebnis

Bei dem am 04. Dezember 2001 vorgestellten Ergebnis belegen die deutschen Schüler in allen drei Teilbereichen nur hintere Ränge (Platz 20 bis 25). Schlechter sind nur noch Luxemburg, Mexiko und Brasilien. Spitzenreiter dagegen sind Finnland, Südkorea, Kanada und Japan.

Soziale Unterschiede

Der Studie zufolge sind in Deutschland die Unterschiede zwischen guten und schlechten Schülern besonders hoch. Kinder aus der Unterschicht haben demnach ungleich kleinere Chancen auf ein Abitur oder einen mittleren Bildungsabschluss als in anderen Industrieländern. Verstärkt werden diese Unterschiede offenbar durch das gegliederte Schulsystem.

Ausländische Kinder

Besonders stark ausgeprägt ist bei den deutschen Schülern offenbar auch die Abhängigkeit zwischen schulischen Leistungen und sozialer Herkunft. Gerade Kinder aus sozial schwachen und ausländischen Familien erreichen im Durchschnitt schlechtere Ergebnisse. Die schlechten Werte bei ausländischen Kindern sind jedoch weniger auf den Ausländeranteil in Deutschland zurückzuführen, der in anderen Ländern ähnlich ist. Vielmehr scheint die schlechte Integration - vor allem der in Deutschland geborenen Ausländerkinder - dafür entscheidend zu sein. Möglicher Erklärungsansatz: Mehr Förderung in Kindergärten und Ganztagsschulen, in denen ausländische Kinder verstärkt die Gastsprache sprechen müssen sowie spezieller Förderuntericht.

Qualitätsgefälle und schlechte Finanzierung

Neben einer größeren Streuungsbreite zwischen guten und schlechten Schülern hat die Studie auch ein deutliches Qualitätsgefälle zwischen den einzelnen Schulen festgestellt. Ziel der Schulen sollte es sein, möglichst viele Spitzenschüler zu haben. In Deutschland wird dieses Ziel nicht erreicht. Zudem geben die deutschen Bildungspolitiker mit rund 42.000 Dollar im Schnitt weniger Geld für die ersten zehn Schuljahre aus als andere Industriestaaten. Noch krasser sind die Unterschiede im Primärbereich (Klassen eins bis vier) und im Vorschulbereich.

Weitere Infos

  • Allgemeine Infos und Ergebnisse zur PISA-Studie
  • http://www.bpb.de/files/KY7CUT.pdf: Bundeszentrale für politische Bildung: Konsequenzen und Empfehlungen nach der PISA-Studie (PDF)
  • http://www.bundesregierung.de/Themen-A-Z/Bildung-und-Ausbildung-,8033/Pisa-Studie.htm: Bundesregierung: Buhlman fordert Reformen in der Schulbildung
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