Noch mal neu bitte - Über das Schreiben der Bachelorarbeit
Es gibt eine Zeit im Leben eines angehenden Bachelorabsolventen, in der der Laptop überall mithin geschleppt wird, freie Minuten für akribische Onlinerecherchen genutzt werden, man jede Woche in die Sprechstunde geht und ständig die Wochen zählt: Seit wann und wie lange noch sind wesentliche Fragen. Worum geht’s? Um das Schreiben der Bachelorarbeit!
Nach längerer Themen- und Betreuerfindungsphase ist es bei mir so weit: Meine Bachelorarbeit ist offiziell beim Prüfungsamt angemeldet, mein Thema wurde genehmigt und die Zeit läuft! Auf dem Weg dahin muss man vor allem geduldig bleiben, wenn man Unterschriften hinterher jagt, sich mit nervigen Öffnungszeiten herumplagt oder dem Prof die Unterüberschrift in der Gliederung nicht passt.
Doch ist dies einmal alles geschafft und man hat das Exposee drei Mal neu geschrieben, die Gliederung mehrmals abgeändert und die Literaturliste länger werden lassen, wird es einfacher. Denn dann steht das Gerüst und man muss die Arbeit eigentlich nur noch schreiben. „Nur noch“, denn 50 Seiten müssen auch erstmal gefüllt werden.
Wenn man mit Kommilitonen spricht und jeder sein Thema nennt und das Ungetüm der darin enthaltenen Fremdwörtern erläutert hat, staunt so mancher über die vielfältigen Möglichkeiten der Themenwahl: Von Interviews mit Gefängnisinsassen über forschungsethische Fragen, Vergleichen von Schulsystemen, sozialer Verantwortung von Unternehmen oder die Vermischung von Arbeit und Freizeit am Beispiel der PR- Branche: Die Themenvielfalt innerhalb der Soziologie ist groß, denn es gibt viele verschiedene Forschungsbereiche. Auch die Frage, ob empirische Arbeit, reine Literaturarbeit oder eine Mischung aus beidem ist völlig offen.
Ich hab noch 9 Wochen und freue mich schon sehr auf den Tag der Abgabe. Danach werde ich erstmal Worddokumente und Sprechstunden meiden.


