Bachelor in der Tasche - was nun?
Die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Master-Abschlüsse ist nicht mehr aufzuhalten. Fast alle "alten" Studiengänge mit Abschlüssen wie dem Diplom oder Magister sind mittlerweile ausgelaufen oder werden demnächst eingestellt. Über den Bachelor wurde viel geflucht, sicherlich war ein großer Teil der Kritik auch angebracht, denn die Umstellung verlief alles andere als reibungslos. Auch die Einführung der Studiengebühren in vielen Bundesländern führte zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Studenten und Politikern.
Doch mittlerweile besteht kaum noch Zweifel daran, dass die Umstellung beibehalten wird, an vielen Universitäten wird jetzt, nach den Schwierigkeiten der ersten Jahre, die Struktur der Bachelorstudiengänge überarbeitet. Die vorgesehenen Veränderungen sollen zukünftigen Studienanfängern zugutekommen.
Master ja oder nein?
Doch wie sieht es eigentlich mit den Masterstudiengängen aus? Nach dem, in der Regel sechssemestrigen, Bachelorstudium muss man sich entscheiden, ob man nun noch ein, in der Regel viersemestriges, Masterstudium anschließen möchte. Dazu sollte man sich erkundigen, wie die jeweiligen Chancen mit einem Bachelorabschluss auf dem Berufsmarkt sind. Durch die weitgehend schlechte Presse, die der Bachelor seit seiner Einführung bekommen hat, ist die Akzeptanz des Abschlusses in der freien Wirtschaft noch relativ gering. In einigen Bereichen stehen die Einstiegschancen ins Berufsleben aber auch "nur" mit dem Bachelor nicht schlecht. Wenn man sich zur Aufnahme eines Masterstudiums entschließt, sollte man sich, wie bei jedem anderen Studium, als erstes über die Zulassungsvoraussetzungen informieren.
Master an einer anderen Universität?
Es gibt zulassungsfreie und zulassungsbeschränkte Studiengänge, komplizierter kann es werden, wenn man seinen Bachelorabschluss an einer anderen Universität, vielleicht sogar in einem anderen Land gemacht hat. Im Allgemeinen sollen die neuen Studiengänge zwar für höhere Mobilität der Studenten sorgen und eine bessere Vergleichbarkeit der Studienstandorte innerhalb Europas fördern, jedoch sieht das in der Praxis manchmal noch ganz anders aus. Die meisten Universitäten haben ihre eigenen Regeln für die Strukturierung von Studiengängen, daher ist der Wechsel der Universität zwischen Bachelor und Master noch immer mit einigem Aufwand verbunden.
Zulassungsbeschränkungen
Jeder Masterstudiengang sieht vor, dass ein abgeschlossener Bachelorstudiengang in einem vergleichbaren Fach absolviert wurde. In der Regel wird auch eine bestimmte Durchschnittsnote verlangt, um an einem Masterprogramm teilnehmen zu dürfen, diese bewegt sich meistens zwischen 3,0 und 2,0. In Einzelfällen kann sie aber auch darüber liegen. Abgesehen davon müssen in vielen Fällen Sprachkenntnisse, Praktika oder fachlich relevante Fähigkeiten nachgewiesen werden. In manchen Fällen findet nach der Bewerbung auch noch ein Auswahlgespräch statt.
Motivationsschreiben
Für manche Masterprogramme muss der Bewerber ein sogenanntes Motivationsschreiben verfassen, in dem er seine besondere Eignung und sein Interesse an dem Studiengang darlegt. Das Motivationsschreiben sollte im Allgemeinen folgende Fragen beantworten (im Einzelfall kann dies natürlich abweichend sein):
- Aufgrund welcher spezifischen Begabungen und Interessen hält sich der/die Bewerber/in für diesen Studiengang für besonders geeignet?
- Welche spezifischen Kenntnisse und/oder Fähigkeiten hat der/die Bewerber/in während des Bachelorstudiums erworben?
- Welche Forschungsinteressen bzw. beruflichen Zukunftspläne hat der/die Bewerber/in?
Das Motivationsschreiben ist im Regelfall wie ein offizieller Brief aufgebaut, mit einer Anredefloskel und der Unterschrift des Bewerbers. Bevor man das Schreiben verfasst, sollte man sich über die Zugangsordnung des Studiengans seiner Wahl informieren, ob dort spezielle Vorgaben zum Aufbau und Inhalt des Motivationsschreibens aufgeführt werden.
Von Friederike Meisner


