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Ein Aufschwung ist ohne Zeitarbeit nicht möglich

Auch die Personaldienstleister spüren die Auswirkungen der Rezession, die deren Kundenunternehmen erreicht hat. „Ja, natürlich sind die Zeitarbeitnehmer die Ersten, die ein Kundenunternehmen abmeldet, wenn es keine Aufträge mehr gibt. Das ist genau die Flexibilität, die Kundenunternehmen nutzen, wenn wir ihnen unsere Mitarbeiter überlassen“, so Thomas Reitz, Geschäftsführer Manpower Deutschland, am Montag in Frankfurt a. M.

Eines aber unterscheidet den abgemeldeten Zeitarbeitnehmer gravierend von einem Stamm-Mitarbeiter eines Kundenunternehmens, der keine Aufgaben mehr hat und deswegen entlassen wird: „Der Zeitarbeitnehmer ist nicht arbeitslos. Die Aufgabe besteht darin, einen neuen Einsatz zu finden – auch in anderen Branchen“, stellt Reitz klar. Letztendlich entscheidet die Qualifikation. „Warum sollte jemand, der Autos schweißt, nicht auch im Flugzeugbau eingesetzt werden?“

Manpower investiert in die Zukunft. Im letzten Jahr wurden 5.000 Mitarbeiter zusammen mit externen Trägern und im eigenen e-Learning-Center weiterqualifiziert. In diesem Zusammenhang begrüßte Reitz die Entscheidung, Kurzarbeit auch für Zeitarbeitsunternehmen zu öffnen. Bietet diese Phase doch eine einmalige Chance, die betroffenen Mitarbeiter in Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu geben. Gleichzeitig ist die Öffnung ein weiterer Schritt hin zu Akzeptanz und Anerkennung der Zeitarbeit. Mit den Nachbesserungen des im Februar 2009 verabschiedeten Konjunkturpakets II nutzt nun auch Manpower das Modell.

Spezialisten sorgen für Ausbau des Marktanteils

Um 8,2% legte die Gruppe Manpower Deutschland gegenüber dem Vorjahr zu. „Wir haben unseren Marktanteil ausgebaut“, erklärte Reitz. Bis zur Jahresmitte lag das Unternehmen noch bei einem Plus von 20%. Die dann einsetzende Finanzkrise beendete den Aufwärtstrend.

Manpower habe von zwei Besonderheiten profitiert. Erstens sei die Abhängigkeit von einzelnen Branchen oder Unternehmen durch einen guten Businessmix immer klein gehalten worden. Und zweitens, man sei im Bereich der Spezialisten extrem gut aufgestellt. In 2008 legte Manpower hier um 20% zu – Tendenz steigend. Reitz sieht sich bestätigt: „Wir haben hier ein überzeugendes und wachstumsstarkes Portfolio und müssen daher nicht durch Zukäufe ein attraktives Kompetenzfeld aufbauen.“ Jetzt wird deutlich: Diese Felder sind weniger krisenanfällig. In der Arbeitnehmerüberlassung und in der privaten Personalvermittlung.

Im Vergleich zur Branche hat Manpower einen hohen Anteil an hoch spezialisierten Mitarbeitern/Akademikern (15%) und Fachkräften (20%). „Um für diese Gruppe attraktiv zu sein, zahlen wir nicht nur branchenüblich, d.h. übertariflich, wir sind zusätzlich ein Karrierecoach. Der Fachkräftemangel bringt es mit sich, dass ein Kandidat eine große Auswahl an möglichen Stellen hat. Er überlegt sich gut, wo die nächste Stufe für seine Karriere ist. Dabei unterstützen wir ihn“, erläuterte Christian Salge, Geschäftsführer Specialities GmbH einer Tochter der Manpower GmbH.

Zeitarbeit wird gestärkt aus der Krise hervorgehen

Für das laufende Jahr erwartet Reitz in der Zeitarbeit Beschäftigtenzahlen auf dem aktuellen Niveau – nicht so hoch wie gewünscht, aber stabil. Mit dem ersten Anzeichen einer Wirtschaftsbelebung würden dann primär Zeitarbeitnehmer von der Wirtschaft eingestellt. „Nicht nur Unternehmen, die bereits vor der Rezession die Arbeitnehmerüberlassung genutzt, sondern auch jene, die das Modell der Zeitarbeit noch nicht für ihre Personalplanung eingesetzt haben, werden in der Phase des Aufschwungs darauf zurückgreifen.“

Niemand könne sagen, wann dieser Zeitpunkt sein wird. Doch man könne davon ausgehen, dass Deutschland diese Phase möglicherweise früher als andere Länder erreicht. Deutschland sei vergleichsweise gut aufgestellt, schließlich war man auf dem direkten Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt und es gab keine Immobilienkrise wie in den USA oder England.

Reitz forderte alle Beteiligten – auch die Tarifpartner – auf, endlich zu begreifen, dass die Zeitarbeit der Jobmotor in Deutschland ist. „Wer unsere Erfolge kleinredet oder nicht wahrhaben will, wendet sich gegen Wachstum und Aufschwung.“ Manpower werde in neue attraktive Wachstumsbranchen einsteigen – mit beiden Produkten: der Arbeitnehmerüberlassung und der privaten Personalvermittlung.

(Quelle: Manpower, 17.03.2009)

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