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Medizintechnik als krisensicherer Job

Was soll man heutzutage studieren? Eine der zukunftsträchtigen Berufe, welcher auf langer Sicht gesehen eine Perspektive ist, ist der Ingenieur in der Medizintechnik. Die aktuelle Krise kann anscheinend nichts daran ändern. MEDICA.de hat mit Olaf Dössel über den Schweinezyklus sowie die interkulturelle Kompetenz bei den Ingenieuren und warum die ausländischen Studenten die Ingenieurslücke auffüllen. Olaf Dössel ist am Institut für Biomedizinische Technik der Universität Karlsruhe tätig.

Laut Herrn Dössel würde er den Abiturienten raten, ein Studium im Bereich der Medizintechnik anzufangen. Schließlich seien die Berufschancen für Ingenieure selbst in schweren Zeiten gut – auch für die Medizintechnik. Zwar müssen die Absolventen etliche Bewerbungen versenden, bis sie einen Job erhalten. Seine Absolventen suchten höchstens zwei Monate nach einem Job. Manch andere hatten schon direkt nach dem Diplom oder nach nur vier Wochen eine Arbeitsstelle.

MEDICA.de meinte, dass man es schwer absehen kann, ob die Absolventen des Medizintechnikstudiums noch in etlichen Jahren nachgefragt werden, sofern die heutigen Erstsemester einen Arbeitsplatz suchen. Es bestünde das Risiko, dass man dem sog. Schweinezyklus folgt. Das bedeutet, dass man ein Studium beginn, sobald zahlreiche freie Stellen vorhanden sind und es dann zu beenden, sobald es auf dem Arbeitsmarkt viele Jobsuchende gibt. Dies widersprach Dössel allerdings. Es gäbe in der Medizintechnik keinen Schweinezyklus, weil es in dieser Branche keine allzu großen Schwankungen gibt. Es ginge dagegen stetig aufwärts. Eine Studie belegt, dass die Menge an produzierten Medizintechnikprodukte in Deutschland schon lange jedes Jahr um etwa 6 bis 8 % ansteigt. Im Vergleich zu anderen Branchen sei dies eine wesentlich konstantere und stärkere Wachstumsrate.

Sofern man medizinische Geräte erfinden oder austüfteln möchte, gibt es unterschiedliche Studiengänge. Zum Einen gibt es manche Fachhochschulen, die einen Bachelor in der Medizintechnik anbieten. Dagegen lehren die Universitäten in den klassischen Ingenieursstudiengängen im Hauptstudium den Bereich Medizintechnik. In der Tendenz gehen die Absolventen von Fachhochschulen in die Produktion, währenddessen die Absolventen von Universitäten eher in die Forschung und Entwicklung gehen. Natürlich kann man auch in den Vertrieb gehen. Man sollte deshalb bei einem Studiengang darauf achten, dass der ausgesuchte Studiengang ein breites, solides Methodenwissen der Ingenieurswissenschaften vermittelt und dass man sich nicht allzu früh spezialisiert. Schließlich ändern sich die Aufgaben im Bereich der Medizintechnik rasch.

Das gute Medizintechnikstudium sollte folgendes ausmachen. Zum Einen sollte man das Interesse an Interdisziplinäritat und Soft-Skills mitbringen. Zum Anderen benötigt man Auslandserfahrungen und sehr gute Medizinkenntnisse. Jedoch hat die Medizintechnik nicht so viel mit einem Medizinstudium gemeinsam. Wer ein medizinisches Gerät bauen will, benötigt nicht nur Informatik, sondern auch Mathematik und Physik.

Ferner werden immer mehr Soft-Skills gebraucht. Schließlich arbeiten die Medizintechniker fast nur im Team. Hier müssen sie diskutieren und Lösungen finden. Selbst das Auslandssemester spielt eine sehr wichtige Rolle, da fast sämtliche Medizintechnik-Firmen weltweit auftreten. Auch interkulturelle Kompetenz und Englischkenntnisse werden benötigt.

Fachkräfte im medizinischen Bereich werden immer gesucht. Auf medica.de werden zur Zeit Stellen als Laborleiter, Entwickler, Aussendienstmitarbeiter im Vertrieb für medizinische Informationssysteme und andere gesucht.

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