Bildung trifft Entwicklung
Das 20-jährige Bestehen des Schulprogramms Berlin feierten heute der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und der Berliner Senat im Deutschlandhaus. Die entwicklungspolitische Bildungsinitiative unterstützt Berliner Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer dabei, Eine-Welt-Themen spannend und attraktiv aufbereitet in den Unterricht zu integrieren. Referenten kommen in den Unterricht, Lehrer werden zu Projekttagen und -wochen zu Themen der Internationalen Zusammenarbeit beraten. Sie können außerdem an Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen und Materialien ausleihen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten erreichte das Schulprogramm mit diesen Angeboten rund 200.000 Menschen.
"Entwicklungspolitische Bildungsarbeit weitet den Blick für komplexe weltwirtschaftliche und politische Zusammenhänge. Sie setzt damit Erklärungsmustern fundamentalistischer, rassistischer und totalitärer Ideologien etwas entgegen - nämlich Information, Aufklärung und Handlungsoptionen," so der DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm bei der Jubiläumsfeier.
Erich Stather, Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), unterstrich die Notwendigkeit eines breiten gesellschaftlichen Rückhalts für Entwicklungspolitik. "Für die Unterstützung der entwicklungspolitischen Ziele und ein breites Verständnis sind wir auch auf die deutsche Zivilgesellschaft angewiesen. Dazu leistet die entwicklungspolitische Bildungsarbeit einen wichtigen Beitrag."
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport, stellt für die Koordination des Schulprogramms eine Lehrkraft mit einer halben Stelle zur Verfügung. Für den DED engagieren sich zurückgekehrte Entwicklungshelfer als Referenten in der Initiative. Aufgrund ihrer fachlichen und methodischen Kompetenzen und ihrer Auslandserfahrung sind sie besonders geeignet, im Unterricht oder bei Lehrerfortbildungen vorurteilsgeprägte Bilder über Entwicklungsländer zu korrigieren, globale Zusammenhänge aufzuzeigen und die Bedeutung entwicklungspolitischer Themen für die Lebenswirklichkeit in Deutschland deutlich zu machen. Mehr als 300 DED-Fachkräfte kehren jährlich aus Entwicklungsländern zurück. Berliner Rückkehrer nutzen gerne das Angebot des Schulprogramms, sich didaktisch und inhaltlich für ein Engagement in Schulen zu qualifizieren und so auch eigene Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit weiter zu geben und zu verwenden.
Das Schulprogramm kooperiert auch eng mit dem Beirat der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit beim Berliner Senat für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, mit dem Ziel, Aspekte des "Globalen Lernens" in den neuen Rahmenlehrplänen der Berliner Schulen zu verankern. Im Fach "Politische Wissenschaften" ist dies bereits gelungen.
Der DED hat nach dem Vorbild des Berliner Schulprogramms in weiteren vier Bundesländern erste Schritte unternommen, die entwicklungspolitische Bildungsarbeit zu intensivieren. Er hat vor zwei Jahren in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Thüringen und Niedersachsen Regionale Bildungsstellen eingerichtet, wo Interessierte aus der Wirtschaft, aus Erwachsenenbildung, Schulen und Jugendarbeit qualifizierte und engagierte Ansprechpartner finden, die sie zu Nord-Süd- und zu entwicklungspolitischen Themen informieren und beraten.
Der DED ist in über 40 Ländern weltweit in Programmen und Projekten tätig, die dazu beitragen, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Knapp 2000 Entwicklungshelfer und Mitarbeiter im In- und Ausland sind zurzeit beim DED unter Vertrag.
(Quelle: Deutscher Entwicklungsdienst, 29.09.2005)


