Der DED als Mittler zwischen Wirtschaft und Entwicklungspolitik
Wie Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit voneinander profitieren können, zeigt eine Veranstaltung im Alten Rathaus in Bonn am Donnerstag, 29. Januar. "Menschen und Märkte: Internationales Wissen nutzen" heißt die um 18 Uhr beginnende Diskussion zwischen Arbeitgebern und Experten der Entwicklungszusammenarbeit. Hauptredner ist der nordrhein-westfälische Minister für Arbeit und Soziales, Harald Schartau. Zwischen 16 und 18 Uhr stellen beim öffentlichen "Markt der Möglichkeiten" im Alten Rathaus neun Institutionen ihre Programme dazu vor. Interessenten für die anschließende Gesprächsrunde melden sich bitte unter der Rufnummer 77 3412 an.
Die Nürnberg-Messe GmbH suchte 2001 einen Weg, um den Markt für Bio-Lebensmittel in dem südamerikanischen Land zu fördern. Über den DED fanden beide zusammen und bündelten in einer "Private Public Partnership" ihre Interessen und Kenntnisse. Zielgruppe waren Kleinbauern sowie kleine und mittelständische Unternehmen. 2003 war das Projekt beendet. Der DED hatte das Wissen über die Bedürfnisse der Kleinunternehmen einbringen können, die Nürnberg-Messe führt ihre Aktivitäten über eine Tochterfirma weiter.
"Solche Projekte sind zukunftsweisend für die Entwicklungspolitik. Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Entwicklungspolitik muss ausgebaut werden. In einigen Ländern arbeitet der DED bereits mit lokalen Unternehmen zusammen. Dieses Wissen möchten wir verstärkt deutschen Investoren anbieten," erläutert Jürgen Wilhelm, Geschäftsführer des DED. Neue Märkte im Ausland zu erschließen ist für mittelständische Unternehmen nicht immer einfach. Sie kennen Land und Leute nicht, haben keine Kontakte zu den richtigen Stellen, wissen nichts über Kultur und Arbeitsformen.
Sie mit den in Bonn ansässigen Organisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in Kontakt zu bringen, ist Ziel der Veranstaltung am 29. Januar, die von der Stadt Bonn, dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED), InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) und der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg ausgerichtet wird. Die Privatwirtschaft investiert bereits rund fünf Mal mehr in Afrika, Asien und Lateinamerika, als die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit.
Dennoch wissen Unternehmen oft nicht, wo sie ansetzen, was sie vermeiden sollten, wie die Qualität des Partners ist usw. Ein Gespräch mit z.B. dem DED hilft weiter. Der DED (oder andere Organisationen, wie InWEnt) kann Unternehmen mit Rat und Tat unterstützen, und aus einem zunächst unverbindlichen Informationsgespräch kann sich eine Kooperation entwickeln, die sowohl die Anliegen der Wirtschaft als auch die Entwicklungspolitik weiterbringt. Partnerschaften erleichtern der Wirtschaft den Einstieg: durch das Know-how, die interkulturellen Kompetenzen und Kontakte, die sie zusätzlich nutzen können. Umgekehrt profitieren die Partner im Entwicklungsland von der Dynamik, Effizienz und Nachhaltigkeit, die die Wirtschaft in solche Projekte einbringt.
Hintergrund der Veranstaltung am 29. Januar ist die Partnerschaft, die die Stadt Bonn im Jahr 2003 mit dem DED eingegangen war, um dessen 40-jähriges Bestehen zu würdigen.
(Quelle: Deutscher Entwicklungsdienst, 28.01.2004)


