Stabilisierung der Chemiekonjunktur durch das Auslandsgeschäft
Nach nur neun Monaten Talfahrt wuchs die deutsche chemische Industrie erstmals im 2. Quartal 2009. Selbst die Kunden aus dem Ausland bestellten wesentlich mehr Chemieprodukte. Aufgrund dessen legten sowohl die Produktion als auch Umsatz gegenüber dem eher schwachen Vorquartal zu. Jedoch setzte die belebende Nachfrage von den Auslandsmärkten auf einem recht geringem Niveau ein. Der Produktionsrückgang betrug im Vergleich zum letzten Jahr noch etwa 16 %. Ferner lag die Auslastung der Anlagen sehr weit unterhalb des Normalbetriebs.
Der VCI meint, dass die Chemiekonjunktur im 2. Halbjahr weiter belebt wird. Dennoch bleibt die Lage schwierig. Es wird noch eine Weile dauern, bis die Branche an das Niveau aus der Vorkrise anknüpfen kann. Laut der Prognose des VCI dürfte im Jahr 2009 der Produktionsrückgang im Vergleich zum vorangegangenen Jahr 10 % betragen. Ferner würde der Branchenumsatz womöglich um 12 % sinken.
Die Produktion von chemischen Erzeugnissen stieg im Vergleich zu dem vorherigen Quartal im 2. Quartal 2009 um 2,5 %. Die Hersteller von Spezialchemikalien und chemischen Grundstoffen ziehen daraus ihren Profit.
Die konsumnahen sowie pharmazeutische Produkte können jedoch nur einen Rückgang verzeichnen. Dabei stieg die Kapazitätsauslastung der Anlagen von etwa 72 % auf 74,4 %. Damit lag die Kapazitätsauslastung immer noch etwa 10 Prozentpunkte unterhalb des Niveaus, welches als Normalbetrieb in dieser Branche gilt.
Im 2. Quartal waren die chemischen Erzeugnisse durchschnittlich 0,9 % günstiger als im vorherigen Quartal. Jedoch sei laut VCI die steile Bewegung der Preise nach unten beendet. Sowohl im Mai als auch im Juni zogen die Chemikalienpreise wieder etwas an.
Ferner stieg zwischen April und Juni der Branchenumsatz im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 1,3 % auf 34,3 Milliarden Euro. Dabei kamen die positiven Impulse für das Chemiegeschäft insbesondere von den Auslandsmärkten mit einem Plus von 5,1 %. Jedoch ging der Umsatz im Inland in zahlreichen Chemiebereichen wegen der geringen Nachfrage von industriellen Kunden um 2,7 % zurück.
Im 2. Quartal 2009 arbeiteten in der Chemie etwa 436.800 Mitarbeiter. Im Vergleich zum letzten Jahr waren dies circa 1,1 % weniger.
Trotz der sinkenden Zahl der Mitarbeiter in der Chemie gibt es zahlreiche Jobs in diesem Bereich zu vergeben. Auf www.jobvector.com einem Karriereportal für Naturwissenschaftler, Techniker und Ingenieure gibt es zur Zeit Jobs für wissenschaftliche Mitarbeiter, Doktoranden, medizinisch-technische Assistenten und andere.


