Überraschung auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt
Das US-amerikanische Arbeitsministerium hat die neuen Arbeitslosenzahlen für Juni rausgebracht. Das unerwartete Ergebnis überraschte auch Experten: über hunderttausend Arbeitslose mehr als erwartet.
Insgesamt fielen 467.000 Stellen weg, damit stieg die Arbeitslosenquote von 9,4 auf 9,5 Prozent. Dieses Hoch war zuletzt vor 26 Jahren erreicht worden. Aber auch für die kommenden Monate wird keine positive Veränderung erwartet. Robert Gibbs, der Sprecher des Weißen Hauses rechnet mit dem Anstieg der Arbeitslosenrate über zehn Prozent in den nächsten Monaten. Auch Präsident Barack Obama ist mit der aktuellen Lage des Arbeitsmarktes nicht zufrieden und beschrieb sie als "ernüchternd".
Mit dem Ausbruch der Rezension Ende 2007 sind in den USA rund sechs Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen. Das liegt daran, dass in fast allen großen Branchen Stellen abgebaut wurden. Vor allem das verarbeitende Gewerbe, die Dienstleister und der Bausektor sind vom Stellenabbau betroffen. 244.000 Stellen wurden im Juni allein im Dienstleistungssektor abgebaut, das sind mehr als doppelt so viele wie im vorangegangenen Monat. In der Industrie war der Stellenabbau nicht ganz so stark, hier fielen nur 20.000 Stellen weniger als im Mai weg.
Eine baldige Erholung des amerikanischen Arbeitsmarktes sieht auch Janet Yellen, die Präsidentin der regionalen US-Notebank in San Francisco, nicht. Die Arbeitslosigkeit werde "noch mehrere Jahre schmerzhaft hoch bleiben".
Sarah Kreienmeier


