Arbeiten in Portugal
Die Metall-, Nahrungsmittel- und Textilindustrie sind die wichtigsten portugiesischen Industriezweige. Selbst der chemische Bereich spielt eine sehr bedeutende Rolle. Der wichtigste Nebenzweig ist die Korkverarbeitung. Ferner etabliert sich das Finanzwesen als ein starker Arbeitgeber. In bestimmten Regionen (z. B. die Algarve, die Inselgruppe der Azoren, der Großraum Lissabon und auf Madeira) spielt der Tourismus eine sehr wichtige Rolle.
Neben den landeskundlichen Kenntnissen und verhandlungssicheren Sprachkenntnisse verlangen zahlreiche Arbeitgeber auch eine interkulturelle Kompetenz. Für deutsche Bewerber sind v. a. Tochterunternehmen von deutschen Firmen und portugiesischen Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zur BRD sehr interessant. In diesen Unternehmen werden insbesondere Verkaufsfachleute, Büropersonal, Ingenieure, EDV-Fachleute und Betriebswirte gesucht. Vor allem die metallverarbeitende Industrie sucht zahlreiche Führungskräfte.
Insbesondere für Akademiker ist die beste Zeit für die Bewerbung von Februar bis Juni. Zahlreiche portugiesische Unternehmen suchen zu dieser Zeit neue Mitarbeiter, weil etliche Studenten im Juli ihren Abschluss absolvieren. Oftmals werden die Positionen nach der Absprache zwischen Arbeitgebern und Hochschullehrern vergeben. Somit haben ausländische Bewerber große Chancen, wenn sie sich auf die Stellenanzeigen in den Zeitungen bewerben.
Der staatliche Vermittlungsdienst IEFP spielt auf dem portugiesischen Arbeitsmarkt eine sehr wichtige Rolle. Er ist insbesondere für Arbeiter sehr interessant. Dagegen wenden sich Firmen, welche höher qualifizierte Stellen besetzen wollen, seltener an den staatlichen Vermittlungsdienst. Es gibt neben dieser Behörde auch noch zahlreiche Zeitarbeitsfirmen, die Bewerber an die Unternehmen vermitteln.
In Portugal sind Initiativbewerbungen sehr gern gesehen. Jedoch sollten diese per Hand geschrieben sein und sämtliche Unterlagen beinhalten. Für „reguläre“ Bewerbungen reicht nur ein Anschreiben aus, welches nicht per Hand geschrieben sein muss. Ferner muss hier ein tabellarischer Lebenslauf, ein Passfoto sowie – sofern möglich – das letzte Abschlusszeugnis oder ähnliches beigefügt werden. Das Anschreiben soll kurz verfasst sein und auf jeden Fall sollte man auf die Gründe für die Bewerbung eingehen. Dagegen kann der Lebenslauf etwas länger ausfallen.
Sobald die Bewerbung, das Vorstellungsgespräch und ein möglicher Einstellungstest erfolgreich war, sollte man sich nicht wundern, dass der Arbeitsvertrag lediglich mündlich abgeschlossen wird. Nur befristete Arbeitsverhältnisse müssen schriftlich geregelt werden. Das Einkommen liegt zwischen 30 % und 50 % unter dem Einkommensniveau in Deutschland und pro Woche beträgt die gesetzliche Arbeitszeit 42 Stunden.
Sobald sich ein EU-Bürger länger als drei Monate in Portugal aufhält, benötigt eine Aufenthaltserlaubnis. Den Antrag stellt man bei der regionalen Direktion des Dienstes für Ausländer und Staatsgrenzen. Weiterhin muss man zu den regulären Unterlagen wie Passfoto, Reisepass oder Personalausweis als Arbeitnehmer einen Nachweis des Arbeitgebers über die Beschäftigungsdauer vorlegen. Wenn man sich immer noch nach einem Job bemüht, benötigt man einen Nachweis über genügend flüssige Mittel. Wer als Selbstständiger arbeitet, braucht eine formlose Bescheinigung darüber, dass sich das Unternehmen, das der Selbstständiger führt, im portugiesischen Hoheitsgebiet befindet.
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