Arbeiten in Frankreich
In Frankreich führte man eine Studie durch, wie die Stellenangebote besetzt werden. Etwa ein Drittel sämtlicher Stellenbesetzungen kommen über die persönlichen Kontakte zustande und über 50 % aller freien Positionen werden nicht veröffentlicht. Arbeitssuchende, die keine persönliche Kontakte in Frankreich haben, sollten es mit Initiativbewerbungen probieren.
Wer sich für eine Stelle in Frankreich bewerben will, sollte nicht nur sehr gute Französisch-Kenntnisse haben, sondern man muss sich auch auf dem französischen Markt und der hiesigen Branchenkultur auskennen. Der Wettbewerb mit den französischen Berufseinsteiger ist sehr hoch, weil sie schon mit etwa 23 Jahren ihr Diplom besitzen. Die Chancen für deutsche Bewerber steigen, wenn sie sich für Stellen in mittelständischen Firmen und im mittleren Management bewerben sowie Erfahrungen in deutschen Firmen und weltweiten Unternehmen gemacht haben.
Insbesondere werden Führungs- und Fachkräfte aus den Gebieten Baubranche, Gesundheitsbereich, Informatik, Hotel- und Gaststättengewerbe, Handel, mehrsprachige Sekretärinnen und Bilanzbuchhalter gesucht. Die Karrierechancen für Frauen sind in Frankreich ungleich höher als in der BRD. In den Führungspositionen findet man mit 20 % zwei Mal so viele Frauen als in Deutschland, welche neben der Berufstätigkeit auch noch Mutter sind und selbst die Teilzeitarbeitsplätze sind nicht unüblich.
Stellengesuche sind in Zeitungen total unüblich. Dagegen ist aber für den ein oder anderen Berufseinsteiger oder für Bewerber für Stellen bis zu der mittleren Führungsebene ein sehr guter Weg. Ferner sollte man auch das Internet nutzen, wo es auch zahlreiche Stellenangebote gibt. Allgemein steigt die Bedeutung der privaten Anbietern (v. a. die Zeitarbeitsfirmen).
Die Unternehmen verlangen bei der Bewerbung ein per Hand geschriebenes Anschreiben, um von den Graphologen Informationen über die Persönlichkeit des Bewerbers zu erhalten. Jedoch sind diese Zeiten langsam vorbei und es ist ratsam, beim Unternehmen anzufragen, wie das Anschreiben aussehen soll. Der „Lettre de candidature“ sollte nicht nur höflich, sondern auch etwas zurückhaltend formuliert sein.
Der Lebenslauf darf maximal eine Seite lang sein und man kann ein Foto beifügen. Er enthält kein Datum und keine Unterschrift. Hier ist es wichtig, dass er übersichtlich in einer antichronologischer oder chronologischer Reihenfolge neben den Personenangaben geschrieben ist und folgende Bereiche beinhaltet: Praktika, Ausbildung, Referenzen, Berufserfahrung, besondere Kenntnisse (z. B. EDV, Sprachen) und sonstige Angaben (z. B. Veröffentlichungen, Hobbies, außerberufliche Aktivitäten).
Es ist nicht üblich, Noten anzugeben. Wenn man sie dennoch angibt, muss man diese wie die Berufsbezeichnungen und Abschlüsse unbedingt in das französische Notensystem übersetzen. Teilweise wird einem Lebenslauf auch der Abschnitt „Karriereplanung“ mit einigen beruflichen Zielen vorangesetzt. Natürlich sind auch die Hobbies wichtig, sodass man nicht nur aufgrund der Handschrift, sondern auch durch die Hobbies ein Bild von dem Charakter des Bewerbers machen kann.
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