Arbeiten in Belgien
Belgien ist ein kleines, aber dennoch ein global orientiertes Land. Es liegt in der Nähe zu London, Amsterdam und Paris, sodass Brüssel insbesondere für Kongresse und Tagungen sehr interessant ist. In der belgischen Industrie spielen v. a. die Metallverarbeitung, die Stahl- und Eisenindustrie, der Fahrzeug- und Maschinenbau, die pharmazeutische, petrochemische und chemische Industrie eine sehr wichtige Rolle. Selbst die Papier- und Glasindustrie, die Textilindustrie sowie die Genuss- und Nahrungsmittelindustrie sind sehr bedeutsam.
Belgien ist heutzutage in 3 Regionen (Brüssel-Hauptstadt, Flandern und Wallonien) sowie 3 (sprachlichen) Gemeinschaften (Deutsch, Niederländisch und Französisch) aufgeteilt. Die Kompetenzen der (sprachlichen) Gemeinschaften liegen vor allem in den Bereichen der Kultur, Soziales, Bildung und Erziehung. Dagegen haben die Regionen wichtige Befugnisse hinsichtlich der Beschäftigung und der Wirtschaft. Somit hat jede einzelne Region ein eigens Arbeitsamt.
Für die Jobsuche sollte man insbesondere die Zeitungen nutzen. Laut einer Untersuchung werden etwa 65 % sämtlicher Stellenangebote über die Zeitungsannoncen veröffentlicht. Selbst die Initiativbewerbungen von ausländischen Interessenten sieht man dort gerne – insbesondere wenn es um die Firmen in dem wallonischen Gebiet geht. Etliche Firmen (v. a. in Flandern) suchen und finden ihre Führungs- und Fachkräfte direkt an den hiesigen Hochschulen. Es ist deshalb für deutsche Arbeitssuchende ratsam, den Einstieg in das belgische Arbeitsleben über eine Zeitarbeitsfirma zu suchen oder man wendet sich an die Personalagenturen.
Es ist bei einer Bewerbung eher unüblich, neben einem Anschreiben auch noch einen PC-geschriebenen Lebenslauf sowie Zeugnisse, Fotos und Referenzen anzugeben. Man sollte sich vielmehr an die Stellenanzeige orientieren und unter Umständen das Anschreiben per Hand aufsetzen – natürlich in der Sprache der jeweiligen Region. Neben ausführlichen Angaben zur Person muss auch eine Begründung geschrieben werden, warum man sich genau für diese Position bewirbt. Ferner sollte man in die Begründung auf Qualifikationen und Berufserfahrung hinweisen. Vor allem der Erfahrung spielt eine besondere Rolle. Hochschulabsolventen sollten auf jeden Fall Ferienjobs, ehrenamtliche Tätigkeiten und Praktika angeben.
EU-Bürger, welche länger als drei Monate in Belgien wohnen wollen, brauchen eine Aufenthaltserlaubnis. Mit diesem Dokument dient nur als ein Nachweis des Aufenthaltsrechts, welchen allen EU-Bürgern zusteht. Die Aufenthaltserlaubnis wird nach der Vorlage von bestimmten Dokumenten erteilt.
Die Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung des Wohnortes muss innerhalb von acht Tagen nach dem Einreisen in Belgien erfolgen. Dafür braucht man einen validen Reisepass bzw. Personalausweis und drei Passbilder. Anschließend wird der Antrag auf eine Niederlassung gestellt. Die Ausländerbehörde des Innenministeriums bearbeitet den Antrag auf Niederlassung.
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