Rückkehr der Generation Praktikum
Die Wirtschaftskrise macht auch vor dem Arbeitsmarkt nicht halt. Viele Absolventen stehen jetzt mit ihrem Bachelor, Master oder Diplom vor einem schweren Berufseinstieg. In dieser Krise bekommt die Generation Praktikum wieder kräftig Zulauf. Bloß keine Lücken im Lebenslauf ist der Grundsatz vieler Absolventen. Doch was ist besser ein Praktikum oder Arbeitslos? Für viele Absolventen eine schwere Frage...
Mit einem fertigen Abschluss, ob nun einem Bachelor oder Diplom, sollte eigentlich eine Festanstellung drin seien und nicht ein Praktika nach dem anderen. Aber diese Festanstellung bekommen in den Zeiten der Krise nur die wenigstens. Inzwischen absolvieren rund 25 Prozent aller Akademiker nach ihrem Abschluss mindestens noch einen Praktikum.
Doch gewünschte Übernahme in einen Traumjob folgt danach immer seltener. Von den rund zwei Millionen Praktikanten schafft es knapp nur ein Fünftel eine Weiterbeschäftigung zu ergattern. Viele Unternehmen nutzen die aktuelle Situation schamlos aus, laut dem DGB sind die Beschwerden über ausbeuterische Praktika wieder gestiegen und das obwohl sich nur die wenigstens Praktikanten wirklich beschweren. Sie schlucken ihren Ärgern herunter und kopieren einfach weiter, die Hoffnung auf eine Chance ist einfach zu groß.
Bettina König von dem Verein Fairwork befürchtet, dass der Gipfel der Krise noch nicht erreicht ist. „Einige Unternehmen werden nun sicher noch stärker versuchen, normale Arbeitsverhältnisse durch Praktikanten zu ersetzten“, sagte König gegenüber dem Handelsblatt.
Dieses Schicksal kennt auch Svenja sechs Monate arbeitete die Geisteswissenschaftlerin als Praktikantin nach ihrem Magister bei einer Meinungsforschungsagentur. Jetzt steht sie wieder auf der Straße. „Sie haben mir lange Hoffnung gemacht und dann doch abgesagt, meine Nachfolgerin durfte ich noch einarbeiten und dann war Schluss. Das ist schon deprimierend“, so die 26-jährige Absolventin.
Die Angst vor dem Bruch im Lebenslauf ist sehr groß in dieser Zeit. Viele Karriereberater raten deshalb einfach zu den Praktika. Allerdings sollte immer beachtet werden, die Absolventen haben ihre Ausbildung immerhin abgeschlossen. Eigentlich ist es nicht mehr nötig in gering bezahlten Praktikumsverhältnissen zu arbeiten. Eine Alternative ist immer eine Weiterbildung oder auch die oft zu geschämte Zeitarbeit.
Von Birk Grüling


