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Praktikum im Museum

Als Kulturanthropologin sind die Arbeitsplätze rar und auf die Frage: „Und was willst du später damit machen?“, kann man in den meisten Fällen auch keine präzise Antwort geben. Ein potenzielles Arbeitsfeld könnte jedoch das Museum sein, das ich selbst während eines vierwöchigen Praktikums kennenlernen konnte.

Foto: Archiv. Museum in Schweden.
Foto: Archiv. Museum in Schweden.

Doch der Weg zum Praktikumsplatz gestaltete sich schwerer als gedacht, denn nach zahlreichen Telefonaten musste ich feststellen, dass die Museen bereits längst Praktikanten für die nächsten Semesterferien eingestellt hatten. Wer sich somit für ein Praktikum in einem großen und bekannten Museum interessiert, sollte sich unbedingt so früh wie möglich bewerben! Eine Vorlaufszeit von ein-bis eineinhalb Jahren ist durchaus keine Seltenheit!

Ganz und gar auswegslos war meine Situation dennoch nicht, denn es gab schließlich noch das gute, alte Heimatmuseum in meinem Herkunftsort: In einem kurzen Telefongespräch sicherte mir der Museumsleiter zu, mich als Praktikantin zu beschäftigen.

An meinem ersten Tag galt es zunächst den Ablauf des Praktikums mit dem Museumsleiter zu besprechen: Neben den allgemeinen Tätigkeitsbereichen eines Museums sollte ich auch das Arbeitsumfeld der Museumspädagogik kennen lernen. Die nächsten Tage verbrachte ich hauptsächlich in der „Werkstatt“ des Museums und somit mit der Inventarisierung neuer Exponate, die zunächst anhand von verschiedenen Kriterien in einer entsprechenden Kartei abgelegt und mit einer Inventarnummer versehen wurden. Auch die im Magazin abgelegten Exponate wurden unter dieser Inventarnummer geordnet abgelegt. Diese verstauten Exponate für eine neue Ausstellung wiederzufinden, gestaltete sich für mich dennoch als ziemlich schwierig und oft verbrachte ich viel Zeit in den engen verstaubten Gängen des Museumsdachbodens. Optimale Bedingungen herrschten hier für die oft schon alten und angegriffenen Objekte sicher nicht, doch woher sollte man das Geld für eine angebrachte Aufbewahrung nehmen?

Finanzielle Probleme waren schließlich auch der Grund für die eher schlechte Betreung meines Praktikums. Während meines Praktikums war ich viel auf mich allein gestellt, da die Mitarbeiter mit ihrer eigenen Arbeit völlig ausgelastet waren.

Ein Arbeitsbereich des Museums mit etwas besseren Aussichten ist die Museumspädagogik, die ich bei der Organisation und Durchführung eines Kindergeburtstags kenenlernen konnte .Unter dem Motto „Steinzeit“ konnten die Kinder auf spielerische Weise die Ausstellung entdecken und sich durch ihre Verkleidung und der Ausübung von „Steinzeitzeitualen“ in diese Zeit „hineinversetzen“ lassen. Die Fähigkeit sich für Neues begeistern zu können bleibt bei Erwaschsen bekanntlich ziemlich schnell auf der Strecke, umso schöner und motivierender empfand ich deshalb auch die Faszination, die die Kinder für die Ausstellungsstücke empfanden.

Während meines Praktikums wurde mir bewusst, dass das Arbeitsfeld „Museum“ nicht zu meinen beruflichen Vorstellungen passt. Wobei ein Vergleich mit einem größeren Museum, welches auch einen anderen Umfang an finanziellen Mitteln besitzt, mir möglicherweise andere Perspektiven vermittelt hätte. Doch auch eine eher negative Erfahrung bringt Vorteile mit sich und ich lernte vor allem, dass man auch als Praktikant auf seine Wünsche und Vorstellungen eingehen sollte und somit auch die Zeit der Mitarbeiter für ein erfolgreiches Praktikum einfordern muss, die schließlich die „Bezahlung“ des Praktikanten ist.

Marleen Scharninghausen

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