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Kaffeekochen und Kopieren? Nicht als PraktikantIn bei der DEFA-Stiftung!

Zwei Monate dauerte mein Praktikum bei der DEFA-Stiftung im Herzen Berlins, eine Zeit voll neuer Erfahrungen und interessanter Bekanntschaften. Dieser Artikel schildert meine Erlebnisse und die Aufgaben, die mir in meinem Praktikum zufielen. Und vielleicht motiviert er den einen oder anderen zu einer Praktikumsbewerbung bei der DEFA-Stiftung.

Kaffeekochen und Kopieren? Nicht als PraktikantIn bei der DEFA-Stiftung!

Die DEFA war das volkseigene Filmstudio der DDR. Über 10.000 Spiel-, Dokumentar-, und Animationsfilme entstanden bis zum Fall der Mauer. Heute kümmert sich die DEFA-Stiftung in Berlin um dieses immense kulturelle Erbe und bemüht sich, die Filme der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich zu machen. Ein Praktikum bei der Stiftung gibt einen vielseitigen Einblick – auch in die Archive, die weniger staubig sind, als man vermuten mag!

„Die Legende von Paul und Paula“, „Spur der Steine“, das sind wohl zwei der bekanntesten DEFA-Produktionen. Auch die zahlreichen Märchenfilme der DEFA, wie zum Beispiel „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, sind vielen, auch in den alten Bundesländern, aus Kindheitstagen vertraut. Mit diesen Produktionen kommt man als PraktikantIn der DEFA-Stiftung in direkten Kontakt. Hier gilt es den Bestand an Originalplakaten zu sortieren, dort werden die DVDs archiviert, auf denen dank der Stiftung viele der DEFA-Filme im Handel erhältlich sind.

Die DEFA-Stiftung arbeitet eng mit der Icestorm Entertainment GmbH zusammen, die den DEFA-Filmstock auf DVD, Video und anderen audiovisuellen Trägermedien verwertet. Bevor ein Film verwertet, also öffentlich publiziert werden kann, müssen diverse Rechterecherchen durchgeführt werden. In den hohen Regalen der Stiftung lagern die alten Akten mit Verträgen und Rechnungen, die genauestens unter die Lupe genommen werden müssen, bevor ein weiterer DEFA-Film auf DVD erscheinen kann. Diese Rechterecherchen sind spannend, denn sie gewähren Einblick in die Abläufe der Filmindustrie und in einen politischen Apparat, der diese beeinflusste. Ich durfte diese Recherchen eigenhändig durchführen und man räumte mir genügend Zeit ein, um ausgiebig in den Akten zu stöbern.

Weiterhin war ich während des Praktikums mit dem Erstellen von Booklets und Covern betraut. Die eingelagerten DEFA-Produktionen, die sich noch auf alten Filmbändern befinden, werden von Mitarbeitern der Stiftung digitalisiert und erneut archiviert. Für die entstehenden DVDs müssen eigens Cover gestaltet werden. So erlernte ich nicht nur rasch den Umgang mit Photoshop, sondern hatte auch das Gefühl, die Stiftungsarbeit persönlich mitzugestalten. Viele DEFA-Regisseure, -Schauspieler und -Kameramänner wenden sich auch heute noch an die Stiftung, oder die Stiftung wendet sich an diese Künstler. So wird monatlich ein Newsletter versendet, der Auskunft über die aktuellen Aktivitäten der Stiftung gibt. Hier wird auf Filmvorstellungen und Preisverleihungen hingewiesen oder die Herausgabe einer neuen Publikation angekündigt. Die DEFA-Stiftung verlegt eine eigene Schriftenreihe, die sich dem DDR-Filmerbe verschrieben hat und entsprechende Arbeiten veröffentlicht. Auch bei der Konzeption einer Ausgabe der Schriftenreihe konnte ich aktiv helfen. Ich las Korrektur, ordnete die Artikel an und war auch mit dem Satz der Ausgabe vertraut.

Ich habe in dem Praktikum so sehr viel gelernt und die kollegiale Atmosphäre in der Stiftung stets genossen. Außerdem zahlte mir die Stiftung ein kleines Gehalt und dementsprechend konnte ich mir die Monatskarte für den öffentlichen Personennahverkehr und ein Zimmer in Berlin während der Zeit des Praktikums gut leisten. Besonders für Studierende der Medien-, Kultur-, und Geschichtswissenschaften empfiehlt sich meiner Meinung nach ein Praktikum bei der DEFA-Stiftung. Hier treffen Politik, Geschichte und Film aufeinander und dieses weite Spektrum ist so faszinierend wie lehrreich.

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