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Praktikum bei der BILD Thüringen - Action und Spannung pur!

Ende Mai bis Anfang Juni 2009 machte ich ein zweiwöchiges Praktikum bei der Redaktion der Thüringer BILD-Zeitung. Statt Kaffee kochen und Akten ordnen hatte ich zwei Wochen pure Action. Nach den letzten Abiturprüfungen fühlt man sich super: Schule ist vorbei und man hat plötzlich jede Menge Zeit schöne Sachen zu machen. Doch die schönen Sachen wie Kino, Urlaub, baden gehen etc. sind auch irgendwann alle einmal getan und dann kommt ganz schnell die Langeweile, so auch bei mir. Drei Wochen nach der letzten Abiturprüfung war die Luft endgültig raus. Die Langweile war jetzt schon langweilig und so suchte ich im Internet nach einem Praktikumsplatz in der Richtung Medien. Die Suche begann bei Internet reichte über Flugblätter und hörte bei dem Telefonbuch auf und da fanden sich letzten Endes einige spannende Angebote: Kinderkanal Erfurt, Thüringer Allgemeine Zeitung, Weltbildverlag und natürlich die BILD-Zeitung.

Praktikum bei der BILD Thüringen - Action und Spannung pur!

In alle Richtungen schickte ich meine Bewerbungen aus und bekam nach drei Tagen die Zusage von der BILD und ein Vorstellungsgespräch. Da ich schnell etwas Sinnvolles mit meiner Zeit anfangen wollte, war das meine Chance. Das Vorstellungsgespräch war dann sehr erfolgreich und eine Woche später sollte ich anfangen.

Mein erster Tag begann um neun Uhr. Ich kam mit der Vorstellung in die Redaktion, ich müsste Kaffee kochen, Akten ordnen und die Arbeiten machen, die so übrig bleiben. Aber es wurde mir schnell klar, dass das völlig falsch lag. Ich bekam meinen eigenen Arbeitsplatz zugewiesen und dann ging es auch schon los. Um ca. 10 Uhr kam ein Anruf von einer aufgebrachten Katzenliebhaberin. Es handelte sich um einen traurigen Tierfall. Am Himmelfahrtstag wurde eine Katze mit dem Luftgewähr angeschossen. Das brachte das Vergehen zur Anzeige und informierte die BILD, um den schrecklichen Befund öffentlich zu machen. Ich wurde sofort ins „kalte Wasser geschmissen“. Als Redakteur wurde ich an den Unfallort geschickt und lernte somit sofort die Grundregeln des Journalismus: Nach neuen Erkenntnissen forschen, jeder Kleinigkeit nachgehen, nichts vergessen und alles möglichst spektakulär erscheinen lassen. Den Artikel durfte ich dann zusammen mit einer „richtigen“ Redakteurin schreiben. Am nächsten Tag konnte ich meinen Fall, mit meinem Namen in der BILD-Zeitunglesen.

Am nächsten Tag kam ich gar nicht dazu am Morgen in die Redaktion zu kommen. Ich wurde schon unterwegs auf dem Handy angerufen, denn ich sollte so schnell wie möglich zum Gewerkschaftshaus von Ver.di. Der Streikreigen in den Kindergärten in Erfurt wurde fortgesetzt. An diesem Tag trafen sich die Kindergärtnerinnen von ca. fünf Kindergärten in Erfurt im Ver.di Haus. Meine Aufgabe war es, die aufgebrachten Erzieherinnen zu befragen und ihre Forderungen an den Staat heraus zubekommen. Das erwies sich anfangs als schwierige Aufgabe, denn die Damen hatten es sich mit Kaffee und Kuchen im Hinterhof verschanzt und dachten nicht daran für ihre Rechte auf die Straße zu gehen. Für uns heißt das dann: Keine spannenden Sachen, keine Story! Doch mit ein wenig Überredungskunst bekamen wir dann wenigstens unser Interview. In der BILD-Zeitung stand dann am nächsten Tag: Die lahmen Damen streiken bei Ver.di im Hinterhof, hahaha. Auch solche Hindernisse muss man meistern.

Am dritten Tag schon ein Mordfall! Ich bin geschockt, nehme das Angebot meines Chefs mitzugehen und zu recherchieren an. Mir wird zum Glück eine eingefleischte Redakteurin zur Seite gestellt. Die Babyleiche aus dem Tiefkühlfach bekommen wir nicht zu Gesicht, zum Glück, denn das BKA (Bundeskriminalamt) und die Polizei waren schon am Abend vorher da. Wir befragen Hausbewohner und Nachbarn. Ich sehe zum ersten Mal eine, vom BKA versiegelte Tür. Ich bin geplättet. Für eine Praktikantin ist das sehr aufregend. Die Sache ist natürlich am nächsten Tag in der BILD!

Es gab natürlich auch ruhigere Tage in meinem Praktikantinnen-Dasein. Aber selbst die waren interessant: Man bekommt am Morgen in der Dienstbesprechung ein Thema und dann geht es los. Im Internet recherchieren, endlose Telefonate führen, E-Mails schreiben und auf Antworten warten, bis man am Ende einen Artikel schreiben kann. Auch diese Tage haben mir viel gelernt. So kamen auch von mir eigens geschriebene Texte in die BILD: „Obamania in Weimar – Bäcker bäckt, was Obama schmeckt“ oder „Versalzung der Werra“.

Eine Besonderheit während meines Praktikums war auch, das Testen eines Freizeitparks. Ich konnte alle Vorzüge eines Redakteurs genießen: kostenloser Eintritt, frei Essen und Kinder und ihre Eltern um dessen Meinung fragen. Ein sehr gelungener Feiertag, denn wir testeten den Freizeitpark „Weltentor“ bei Ronneburg am Pfingstmontag.

Und dann das Highlight meines Aufenthalts, der Besuch des neuen Amerikanischen Präsidenten. Barack Obama in Weimar. So gut wie alle Redakteure tummelten sich am Wochenende vom 05.06. – 06.06.2009 in Weimar. Ich hatte die stilvolle Aufgabe, den Rest der Thüringer Seite der BILD-Zeitung, die NICHT von Obama besetzt war, zu füllen, das hieß Telefondienst, den ganzen Tag. Aber auch dieser Tag hatte sich für mich gelohnt: Erstens, ich habe die Air Force One über Erfurt gesehen und zweitens, viele Artikel, die ich recherchiert hatte, waren am nächsten Tag in der BILD-Zeitung auf der Thüringer Seite.

Das Praktikum bei einem Zeitungsverlag oder direkt in einer Redaktion würde ich jedem empfehlen, der später in die Richtung Medien oder Journalismus gehen möchte. Mir hat die Zeit bei der BILD sehr viel gebracht. Es ist dort üblich, dass man Praktikanten sofort „ins kalte Wasser wirft“. Durch diese Methode habe ich sehr viel in relativ kurzer Zeit gelernt. Wichtig für den Beruf Journalist ist, man muss kommunikativ sein und sehr neugierig, sonst wird das eher nichts. Ich kann über mein Praktikum nur Gutes sagen und werde immer wieder gerne die Redaktion der BILD in Erfurt betreten.

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