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Schülerpraktikum bei der Polizei: Interview mit Frauke Jordan

Schülerpraktika sind gerade dann sinnvoll, wenn man kurz vor dem Abschluss steht. Abi und nun? Um Ideen und Eindrücke zu gewinnen, bieten Schulen den Schülern der 12. Klassen die Möglichkeit ein dreiwöchiges Praktikum zu absolvieren. Es ermöglicht ihnen Erfahrungen in einem berufsbezogenen Bereich zu sammeln und soll die spätere Berufswahl erleichtern oder festigen.

Schülerpraktikum bei der Polizei: Interview mit Frauke Jordan

Wo machst du gerade dein Praktikum? Im Moment absolviere ich mein Praktikum bei der Polizei in Vellmar

Wie bist du darauf gekommen? Zunächst habe ich mir Gedanken gemacht, in welche Richtung meine spätere Berufslaufbahn eventuell gehen soll.
Da ich mich zunehmend mit der Vorstellung bei der Polizei zu arbeiten, beschäftigte, habe ich mich in Kassel für ein Praktikum beworben.
Anschließend bekam ich die Nachricht, dass ich mein Berufspraktikum in der Polizeidienststelle Vellmar absolvieren kann.

Ist es dein erstes Praktikum? Falls nicht, wo hast du vorher schon ein Praktikum absolviert? Bereits in der 9. Klasse absolvierte ich ein dreiwöchigesPraktikum.
Dieses Betriebspraktikum machte ich bei einer Planungsgemeinschaft für Landschaft und Freiraum.

Welches war lehrreicher, besser? Ziel des ersten Praktikums war das Betriebsschema besser kennen zu lernen, sodass man einen ersten Eindruck der Berufswelt erfahren konnte. Bei meinem ersten Praktikum bekam ich auf jeden Fall einen Einblick in das Berufsleben. Gleichzeitig konnte ich für mich sagen, ob dieser Beruf später etwas für mich wäre oder nicht.
Da ich mein zweites Praktikum in einem ganz anderen Bereich mache, merke ich nun vielmehr, dass es berufsbezogen ist. Ich wählte mein zweites Praktikum speziell bei der Polizei, um genauere Informationen über diesen Beruf zu bekommen.
Somit kann ich sagen, dass beide Praktika recht lehrreich waren.
Auf der einen Seite, um überhaupt einen Eindruck der Berufswelt zu gewinnen, auf der anderen Seite verschafft mir das Berufspraktikum die Möglichkeit, einen bestimmten Beruf noch genauer kennen zu lernen.

Könntest du dir vorstellen den Beruf deines jetzigen Praktikums später zu ergreifen? Da ich mir bereits vor dem Praktikum Gedanken gemacht habe, in welche Richtung mein Beruf später gehen könnte, habe ich mich bewusst bei der Polizei beworben.
Somit möchte ich noch mehr Sicherheit finden, dass dieser Beruf in Zukunft der richtige sein könnte.

Dein Traumberuf? Meiner Meinung ist der absolute Traumberuf der Beruf, mit dem man am besten seine Interessen und sein Leben abdecken kann.
Auf Grund mehrerer Gespräche und Informationen merke ich, dass sich meine Interessen und meine Berufsvorstellungen immer mehr mit dem Bild der Polizeiarbeit gleichen.
Anschließend kann ich sagen, dass ich zunehmend interessiert bin, diesen Beruf später auszuüben.

Was gefällt dir an dem Beruf, was schreckt dich eher ab? Auf alle Fälle gefällt mir, dass man vor dem Dienst noch nicht genau weiß, was einen erwartet. Man hat mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu tun.
Hinzukommt, dass man einigen Menschen helfen kann. Des Weiteren ist es ein Beruf der Herausforderungen mit sich bringt, was bereits bei dem Einstellungsverfahren deutlich wird. Er ist aber auch sehr vielseitig, denn nach der Ausbildung hat man immer noch die Möglichkeit sich in anderen Bereichen der Polizeiarbeit zu orientieren.
Auf der anderen Seite können viele negative Erfahrungen auf einen warten. In dem Polizeiberuf wird man natürlich auch mit nicht so erfreulichen Themen wie Mord oder Autounfällen konfrontiert. Jedoch wählt man diesen Beruf aus Überzeugung, sodass man Gefallen und Interesse an dem abwechslungsreichen Beruf finden kann.

Welche Voraussetzungen braucht man? Wie bereits erwähnt stellt jedes Bundesland strenge Erwartungen an die Bewerber der Polizei. Diese Erwartungen und der darauf folgende Einstellungstest variieren von Bundesland zu Bundesland.
Betrachten wir nur das Land Hessen, gibt es allgemeine Voraussetzungen, die man für den Beruf haben muss.
Selbstverständlich darf man gerichtlich nicht vorbestraft sein. In Hessen gibt es keinen erforderlichen Notendurchschnitt. Erforderlich sind jedoch Abitur, Fachhochschulreife, ein entsprechender Bildungsabschluss oder eine Meisterprüfung.
Hinzukommt, dass die Bewerber in Hessen eine Mindestgröße von 1,60 m haben müssen. Zu dem Alter ist zu sagen, dass das Höchstalter bei 34 Jahren liegt.
Was einige nicht wissen, ist, dass die deutsche Staatsbürgerschaft nicht erforderlich ist.
Am Einstellungstest erkennt man, dass die Bewerber nicht nur sportlich sein sollten.
Es werden genauso Fragen zum Allgemeinwissen gestellt und man sollte politische Kenntnisse mit sich bringen. Wie jeder Einstellungstest ist auch dieser in verschiedene Wissensfelder gegliedert. Zuletzt muss der Bewerber gesund sein. Dieser Aspekt ist sehr wichtig, da man bei der Polizei manchmal an seine körperlichen und gesundheitlichen Grenzen kommt.
Somit ist es unbedingt notwendig, dass der Polizeiärtzliche Dienst die Polizeidiensttauglichkeit bestätigt.

Falls es nicht klappt. Welche Alternativen ziehst du in Erwägung? Falls es mit meiner Berufsvorstellung nicht klappen sollte, habe ich mir bereits verschiedene kleinere Alternativen überlegt.
Auf alle Fälle möchte ich irgendetwas in Richtung Sport und Bewegung machen.
Falls ich keine alternative in Richtung Studium oder Ausbildung finde, werde ich eventuell ein paar Monate Work and Travel oder ein freiwilliges soziales Jahr machen.

Wie gefällt dir dein Praktikum insgesamt? Mein Ziel war es den Beruf und den Alltag bei der Polizei besser kennen zu lernen.
Dadurch, dass ich jeden Tag verschiedene Alltagssituationen gesehen habe, kann ich nur sagen, dass das Praktikum meine Erwartungen vollkommen erfüllt. Auf meine Wünsche und meine Fragen wird immer eingegangen, so dass ich mich rundum wohl fühle.

Findest du ein dreiwöchiges Praktikum sinnvoll? Wenn nicht, was würdest du ändern? Auf alle Fälle sehe ich einen deutlichen Unterschied zu dem dreiwöchigen Praktikum in der 9. Klasse. Die meisten von uns haben dieses Praktikum berufsbezogen gewählt, sodass es einen viel größeren Wert für die Zukunftsentscheidung bekommt.
In den drei Wochen merke ich, dass ich zwar einen besseren Eindruck von dem Beruf bekomme, jedoch weithin nicht alles auffassen kann.
Somit sind die drei Wochen in meinen Augen insofern sinnvoll, dass ein bereits bestehendes Berufsbild gefestigt wird oder an Bedeutung verliert, so dass man seine Zukunft nach der Schule besser vorbereiten kann. Um jedoch einen vollkommenen Einblick in den Beruf zu bekommen, reichen meiner Meinung nach niemals drei Wochen.

Was für Erfahrungen konntest du sammeln? In erster Linie wählte ich mein Praktikum bei der Polizei, damit ich für mich danach entscheiden kann, ob eine berufliche Laufbahn bei der Polizei in Frage kommt oder nicht.
Da ich gleich vom ersten Tag an den Alltag von Streifenpolizisten miterleben konnte, häuften sich meine Erfahrungen von Tag zu Tag. Ich bin mit so vielen Menschen konfrontiert wurden und sammelte somit auch verschiedene Erfahrungen. Unter anderem eben, dass man zwar feste Vorgehensweise hat, jedoch nie weiß, wie die Situation an jedem neuen Tag verarbeitet und angegangen wird.
Für mich überwogen die positiven Erfahrungen, sodass ich immer mehr diesen Beruf in Erwägung ziehe.

Erzähl doch mal kurz, was du während des Praktikums so alles miterleben konntest. Meine reguläre Arbeitszeit ging von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr.
Ich wurde von dem ersten Tag an zu den Streifefahrten immer mitgenommen, so dass ich mir ein Bild der täglichen Arbeit machen konnte.
Somit war ich bei den einzelnen Aufgaben des jeweiligen Streifenwagens dabei. Man bekam per Funk oder Anruf einen Auftrag, den man abarbeitete. Unter anderem wurden auch Haftbefehle ausgeführt. Insgesamt kann ich sagen, dass ich soweit es ging, überall dabei war und sehr viele Eindrücke sammeln konnte, die die regulären Aufgaben der Polizei zeigten.

Besser als Schule? Oder doch lieber Schulbank drücken? Dadurch, dass das Praktikum am Ende des 12. Schuljahres stattfindet, ist es ein schöner Ausklang. Hinzukommt, dass man sich bereits im Sommer vor dem Abitur für eine Ausbildung oder ähnlich bewerben sollte. Somit ist das Praktikum zum Ende der 12 sehr sinnvoll, damit man sich ein besseres Berufsbild machen kann.

Danke für das Interview

von Sina Jahnke

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